Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 51)
- Language
- German, English, Hebrew
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51 Ich stelle also den formalen Antrag, das A.-C. zu besolden., und um die Herren, welche Sehluss schreien, zufriedenzustellen, sehliesse ich. ( Beifall und Heiterkeit.) Vicepräsident Dr. 'Nordaii: Ich erlaube mir mitzutheilen, dass der Legitimations-Ausschuss und der Permanenz-Ausschuss sich jetzt versammeln. Dr. Jeremias (Posen) : Meine Damen und Herren! Es ist kein sehr erbauliches Schauspiel, nacheinander die Vertreter derselben Landsmannschaften liier auftreten zu sehen und einander widersprechen zu hören. Zuerst waren drei Herren aus Rumänien, welche über den Stand der Bewegung in jenem Lande Bericht erstatteten. "Jetzt muss ich im Gegensatze zu Herrn Dr. Klee in Kürze ein anderes Bild über die Bewegung in Deutschland entwerfen, als er es gethan hat. Herr Dr. Klee hat nach allen Seiten Weihrauch verstreut. Erst dem deutschen Landes-Comite, dann dem A.-C.3 dann der russischen Landsmannschaft, den Proletariern und der Intelligenz. Wer viel bringt, wird manchem etwas bringen. (Beifall.) Und nach seiner Rede war rauschender Beifall. Wir kommen aber nicht hierher, um Beifall zu spenden und einzuheimsen, sondern der Congress muss wie der Jaum hadin, der grosse Gerichtstag sein, wo jeder mit dem anderen streng ins Gericht gehen muss. (Beifall.) Mit Zufriedenheit, mit Selbstzufriedenheit kommen wir nicht vorwärts. (Zustimmung.) Der Urgrund alles Vorwärtskommens ist die Unzufriedenheit mit sich selbst und wenn Dr. Klee zufrieden ist, so sage ich, wir sind gar nicht zufrieden, wir sind gründlieh unzufrieden mit uns. (Beifall.) Ganz besonders, wenn wir uns der russischen Landsmannschaft gegenüberstellen, haben wir gar keinen Grund zur Selbstzufriedenheit. Wenn wir sehen^ was von den Russen nicht nur an Geldmitteln geleistet, sondern mit welchem Eifer und Feuer von ihnen für die Vertiefung der Idee gearbeitet wird, müssen wir zerknirscht sein, wie gar nichts bei uns geleistet wird. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass in Deutschland kaum mehr als sechs Ortsgruppen etwas thun, sonst ist es still, überall Indifferentismus, Indolenz, wir sehen bei weitem nicht die Kreise* die heute zur Verfügung stehen, die heute aufnahmsfähig für unsere Gedanken wären, in die Organisation einbezogen. Ich halte es für unvorsichtig, gerade bei dieser Gelegenheit Proletariat und Intelligenz einander gegenüberzustellen. Was heisst das: Die Proletarier sind willkommen. Willkommen hat nichts zu sein, was zur Bewegung nicht gehört. Wir brauchen das Proletariat genau so wie die Intelligenz. (Beifall.; Und wenn die Intelligenz Ideen bringt, so brauchen wir auch, das Proletariat ohne welches keine Bewegung vorwärts kommen kann (Beifall), imisomehr, als es sich nicht nur um Ideale, sondern auch um praktische Dinge handelt, die mir für und. durch das Proletariat gemacht werden können. Jedenfalls hat es wenig Zweck, optimistisch zu sein, und zu illusiouieren hat gar keinen Zweck. Ich bin trotz der für uns trüben Verhältnisse in Deutschland nicht so pessimistisch, die deutschen Juden für den Zionismus für alle Zeit aufzugeben. Wenn wir nicht allzu sehr zufrieden, sondern wen:;