Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 50)
- Language
- German, English, Hebrew
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50 stantinopel geschrieben hat, haben mich beauftragt, Ihnen ihre G-rüsse zu überbringen. (Beifall.) Unter ausserordentlich schwierigen Verhältnissen lebend, im grössten materiellen Elend von den sog. Grossen vollkommen vernachlässigt, von ihren Intellectuellen verleugnet, gibt es dennoch 'mehrere Zionistenvereine, welche am selben Tage, wie hier der Congress, versammelt sind. Dr. Valencine hat unter den grössten- Schwierigkeiten, nachdem ihm keine Agitatoren zur Verfügung stehen, dennoch zwei zionistische Vereine in Algerien gegründet und diese bestehen aus uralten angesessenen Juden, und er hofft, im nächsten Jahre noch mehr zu leisten. Er hat mich beauftragt,- Ihnen zu sagen, dass die dortigen Zionisten mit Leib und Seele am Zionismus hängen. (Lebhafter Beifall.) Del. Worts-mann: Diejenigen, welche schon auf einigen Congressen waren, wissen, dass es ja die Pflicht der Delegierten ist, den Bericht des A.-C. zu kritisieren, ob man nun wirklich etwas zu sagen hat oder nicht. Es ist schon so Mode geworden. Ich aber habe gegen diesen Bericht gar nichts vorzubringen. Ein Vorredner liat gesagt, dass, wenn wir alle, nicht nur diejenigen, welche hier sind, sondern auch die in Russland, Rumänien, Galizien, so viel arbeiten als die A.-C.-Mitglieder im einzelnen, so würden wir schon viel weiter sein, als wir in der That sind. Aber von dem A.-C. müssen wir unbedingt viel mehr verlangen, als von einem einzelnen. Damit aber diesem Verlangen wirklich Folge gegeben werden kann, müssten wir unbedingt einen Vorschlag annehmen, welcher schon am ersten oder zweiten Congresse vorgebracht wurde; derselbe wurdp zwar von Dr. Herzl streng zurückgewiesen,- aber ich glaube, so lange wir diesen Vorschlag nicht durchgesetzt haben, werden wir keinen anderen Bericht vom A.-C. erhalten können. Ich meine: das engere A.-C. muss unbedingt besoldet, auf deutseh: bezahlt werden. (Heiterkeit.) Herr Dr. Herzl hat schon damals gesagt, dass, wenn man ihn persönlich oder die anderen Mitglieder des A.-C. bezahlen wollte, so würde eine Bezahlung für ihn viel weniger sein, als wenn wir gar nichts zahlten. Wenn wir nicht immer Phrasen machen wollen, wenn wir nicht immer sagen: Wir sind eine demokratische Volksbewegung, nicht nur eine der oberen Zehntausend, so muss unbedingt das A.-C. besoldet werden. Wir dürfen nicht, an einzelne Personen gebunden sein, welche in guten Verhältnissen sich befinden müssen, weil wir sie nicht bezahlen können. Ich will dem A.-C. nicht nahe treten. (Schlussrufe — der Präsident gibt das Glockenzeichen.) Ich habe ja schon gesagt, dass ich mit dem A.-C. zufrieden bin. Aber Herr Dr. Herzl hat heute selbst gesagt — und ich glaube, für die Herren, welche Schluss schreien, ist doch das Wort Herzls heilig — er selbst hat gesagt, man dürfe nicht die Be wegung an einzelne Personen knüpfen. Wenn die Bewegung durchgeführt werden soll, müssen wir die Besoldung durchführen. Das ist eine principielle Frage,, die auf dem Congresse entschieden werden muss. Ausserdem ist es auch eine kritische Frage, dass die A.-C.-Mitglieder, welche doch tüchtige Zionisten sind, wenn sie uns die ganze Arbeitszeit widmen könnten, doch viel weiter halten würden wie jetzt. (Schlussrufe.)