Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 40)
- Language
- German, English, Hebrew
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40 wir, das heisst, wenn wir etwas Tüchtiges leisten und dem A.-C. die nüthigen Mittel zur Verfügung stellen, dann ist das A.-C. stark und kräftig und kann uns etwas leisten. Das scheint mir der allein richtige Gesichtspunkt. (Beifall.) Es ist möglich, dass der eine oder der andere, der etwas recht Tüchtiges geleistet hat, vom A.-C. nach einer oder der anderen Richtung noch eine andere Unterstützung erwartet hätte. Aber wir sind alle Menschen und vor allem eine noch recht junge Organisation. Wir wachsen stetig, nicht nur an Ausdehnung, sondern auch an Erfahrung. Wir in Deutschland haben mit dem A.-C. die besten Erfahrungen gemacht. Die Anregungen, die wir gegeben haben, sind objectiv in Wien beurtheiit worden. Manchmal wurden sie abgelehnt, was uns ]eid that. Aber schliesslich haben doch die Wiener Herren auch das Recht, etwas für schlecht zu halten, was uns gut erscheint. Manchmal thaten sie in Wien etwas, was wir niclft für gut hielten, auch dazu sind die Herren sicher berechtigt. Ich bin überzeugt, wenn jeder Zionist an seinem Orte in vollstem Masse seine Pflicht thut. wenn wir das A.-C. kräftig unterstützen, wenn wir weitere Erfahrungen sammeln und die gesammelten verwerten, so wird sich unsere Organisation weiter ausbauen, und wir werden immer zufriedener mit dem A.-C. werden. (Beifall und Händeklatschen.) Wovor ich Sie warnen möchte, das ist: um Kleinlichkeiten willen Aussetzungen zu machen. Ein Herr sagte, wir sprechen zum Fenster hinaus. Vielleicht hat dies seine Berechtigung. Wir müssen auch bis zu einem gewissen Grade zum Fenster hinaus sprechen. Was in unserer Mitte gethan wurde, das wissen wir genau. Dazu brauchen wir keinen Bericht des A.-C. Wir Deutsche wissen, was in Deutschland, die Russen. Avas in Russland, die Rumänen, was in Rumänien geleistet wurde. Der Bericht des A.-C. ist da., um uns von den Fortschritten der anderen Länder und um der Aussen weit von den Fortschritten des gesammten Zionismus Kunde zu geben. Noch einige Worte über Deutschland. Die russischen Herren sehen auf uns häufig als auf eine Art Quantite negliable. Sie stellen sich auf den Sehekel-Standpunkt und setzen auseinander: Wir haben so viel aufgebracht und Ihr nur so wenig. Das sei ihnen ohne weiteres zugestanden, sie sind in der That numerisch die Kraft des Zionismus. Sie bringen die grössten Summen auf und sie haben nach dieser Richtung das meiste geleistet. Aber das ist das allein Ausschlaggebende im Zionismus nicht! (Beifall.) Ebenso ausschlaggebend ist die intellektuelle Kraft der Arbeiter in anderen Ländern (lebhafter Beifall), der Ernst ihrer Arbeit. (Beifall und Händeklatschen.) Ich glaube nicht, dass in diesem Saale jemand annimmt, dass ich unsere russischen Gesinnungsgenossen für weniger intelligent hielte. Das habe ich nicht sagen wollen, und ich kann auch nicht so missverstanden worden sein. Ich meine nur, die russischen Freunde haben die Pflicht, die intelligenten Kräfte in anderen Ländern, die ihre volle Kraft zum Theil unter schwierigsten Bedingungen einsetzen, ebenso hoch einzuschätzen, und sie haben meiner Ansicht nach — ich will mich vorsichtig ausdrücken — nicht so ganz die Berechtigung, den Geldstandjmnkt, den rein numerischen Standpunkt als allein ausschlaggebend zu betrachten. Wenn Sie uns noch 20 000 Proletarier bringen: Herz-