Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 39)
- Language
- German, English, Hebrew
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30 A.-C. für die Hebimg der Cultur bei uns in Busslaud? Und einer erwähnte •auch Galizien. Die Herren wissen gar nicht, dass sie sieh damit selbst kritisiert haben. Denn was kann schliesslich das A.-C. machen? Es kann eine Parole ausgeben: Arbeitet! Aber die Cultur heben, das liegt in der Hand der Delegierten selbst, die von den Vereinen gewählt sind, und in der Hand der Obmänner der verschiedenen Vereine. Es hiess im allgemeinen: Arbeitet Avie in Kussland. Viele Vereine haben viel gethan; aber wir wissen nichts davon; denn es wird uns kein statistisches Material geliefert. Wir bekommen einen Cassabericht und eine Bilanz, und darin heisst es, dass wir 160.000 Frcs für die Propaganda der ganzen Welt ausgegeben haben. Die Propaganda der ganzen Welt kostet aber viel mehr, sie kostet über eine Million Francs. Aber wir wissen nichts davon. Ein Beispiel der grossen Kosten bietet die Erfahrung über die Ausgaben der Vereine in einer einzelnen Stadt. Unsere Ausgaben während de; vierten Jahres betrugen über 4000 Bubel, d. h. über 10.000 Eres.., und waren darin inbegriffen die Unterhaltung eines Cheders, der Bibliothek und viele Conferenzen und Diäten für die Leute, die zu uns kamen, um Vorträge zu halten. Wir haben in Bussland über 500 solcher Vereine. Xicht jeder arbeitet so anstrengend, aber ungefähr 2—3000 Eres, verausgabt jeder Verein. Für so viele Vereine sind die Ausgaben ganz kolossal; sie betragen jährlich 300.000 Frcs. Das betrifft die Vereine in Bussland allein. Xehmen Sie nun noch dazu die Vereine in Bumänien, England u. s. w. Die Absicht meiner Bede ist dahin gerichtet, das A.-C. aufzufordern, in Zukunft uns möglichst genauen Bericht darüber zu geben, wieviel für die Propaganda des Zionismus in der ganzen Welt ausgegeben wird. Das ist leicht zu erreiche^ wenn das A.-C. den Landsmannschafts-Obmännern die Pflicht auferlegt und diese wieder den Bayonstührern, einen Monat vor dem Congresse genaue Cassaangaben mitzutheilen. Es wäre zu lang und würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn wir das alles auf dem Congress lesen wollten. Aber wenigstens soll alles in den Congressbüehern stehen. Dann wäre ein genaues Urtheil darüber möglich, was gearbeitet wird und wir könnten genaue statistische Angaben erhingen, welche für die Zukunft vonnutzen sein würden. Del. Dr. Klee: Ich glaube, das einzige Land, welches bescheiden sagt: Wir sind zufrieden, das ist das Land,, für dessen zionistische Centrale ich die Ehre habe, einige Worte zu sprechen. Wir sind thatsäehlich zufrieden in Deutschland. Nicht als ob wir sagen wollten, dass genug der Arbeit gethan wäre, dass wir thatsäehlich mit hervorragenden Besultaten aufwarten könnten. Aber in Anbetracht der intensiven Gegnerschaft, in Anbetracht der exorbitanten Schwierigkeiten, in Anbetracht der eigenthümlichen Geistes- und Gemüthsverfassung des deutschen Judenthums können wir nichts anderes sagen, als: Wir machen langsame, stetige Fortschritte und sind damit zufrieden, und, da ich zu dem Berichte des A.-C. zu sprechen habe: wir sind auch mit dem A.-C. zufrieden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Meine verehrten Anwesenden! Vergessen Sie nicht, das A.-C, das sind