Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 38)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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38 das andere nicht verstehen sollte. Sie werden mich also doch verstehen* wenn ich auch deutsch sprechen werde, so wie ich es eben imstande bin. (Beifall.) Ich bedaure, meine Barnen und Herren, dass ich nicht, wie Sie es gethau haben, Beifall klatschen konnte, als Herr Pineles sozusagen als Vertreter des rumänischen Zionismus sprach. Dieser Herr hat nicht gedacht, dass es richtig wäre, auch uns andere zu fragen, bevor er seine Erklärung abgab, dass er imstande wäre, die 23 000 Francs dem Nationalfond zuzubringen. Ich hätte mich glücklieh gefühlt, wenn ich dasselbe thun könnte; ich würde ihm auch Beifall klatschen und dazu beitragen, wenn es möglich wäre, diese 23 000 Francs dem Nationalfond zuzufügen, denn ich denke, dass der Nationalfond für uns Juden jetzt von so grosser Wichtigkeit ist, wie die Colonialbank, vielleicht auch mehr. Ich denke, dass die Realisierung unseres Zieles in der That vom Nationalfond abhängt, aber eines muss ich erklären: wenn man diese 23 000 Francs dem Nationalfond bringen wird, so hat man eine Mordthat an dem Zionismus in Rumänien begangen. In Rumänien hat man nicht 23 000 Francs für die zwei Colonien Brustras und Girgis zusammengenommen. Es war mehr, aber das Geld hat man zum Theil für Spesen gebraucht — ich habe nichts dagegen, das übrige aber verlangt jeder zurück. Ich habe die Ehre gehabt, die jüdische Colonialbank vier Monate in Rumänien zu vertreten; ich habe alle Städte besucht; die Leute waren begeistert. Dort habe ich nicht im Jargon oder deutsch gesprochen, dort habe ich meine Landessprache gesprochen, die Sie nicht verstehen, aber dort waren alle begeistert; die Äermsten, fa^t Verhungerten, haben Geld gebracht und gezahlt. Die Reichen haben nicht gezahlt. Sie haben zu 50 Actien gezeichnet und sie nicht gezahlt. Der Arme aber, der eine Actie gezeichnet hat, hat gezahlt (Beifall); und wenn ich zu diesen armen Teufeln gekommen bin. um sie aufzufordern, die Actien zu zeichnen, so haben sie mich gefragt: „Wie wird es mit den Actien werden? Wird das so sein, wie mit den Actien von Brustras und Girgis?" Sie haben 12 Francs für ihre Actie gegeben, aber sie wollen auch etwas dafür haben, und wenn nicht, so wollen sie das Geld zurückhaben. Das muss ihnen zurückgegeben werden. Wenn sie wollen, so wird Rumänien nicht 23 000 Francs zum Nationalfond beitragen, sondern hunderttausende von Francs, wenn wir agitieren werden; aber auf diese 23 000 Francs müssen wir verzichten, bevor wir anfangen zu agitieren: Das verlange ich im Namen der rumänischen Zionisten, die mich hergeschickt haben. Man soll eine Conpin ission einsetzen, die soll uns Frieden im rumänischen Lager verschaffen. In diesem Falle garantiere ich dafür, dass wir nicht 23 000 Frcs., sondern hunderttausende von Francs aufbringen werden. In Bukarest gibt es eine Section, öie nur sechs Monate besteht, und sie hat 1300 Frcs. bei ihren Mitgliedern zusammengebracht. Sie arbeitet absolut nur für die Jüdische Colonialbank; denn die Leute haben angefangen zu fühlen, welche Wichtigkeit diese Bank für dpu Zionismus hat. Auch für den Nationalfond haben wir schon angefangen,, zu agitieren; aber eines müssen wir vor allem haben: Frieden! (Beifall.) Paul Golde: Meine Herren! Vor kurzem waren hier zwei Delegierte und kritisierten die Thätigkeit des A.-G, indem sie fragten: Was that das