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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 5

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, English, Hebrew
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nicht fehlen. Anzeichen dafür sind in Fülle vorhanden. Es muss sieh ja auch jedem Unbefangenen die Erkenntnis aufdrängen, dass wir eine endgiltige Lösung vorschlagen. Heute1 ist das jüdische Proletariat nicht nur das ärmste und unglücklichste, sondern auch das unruhigste und am meisten beunruhigende. Haufenweise ist es fortwährend auf der Wanderimg begriffen, aus einem Elend in das andere, und wie gross muss das bisherige Elend sein, wenn, sie sich den Verzweiflungen einer solchen Wanderung aussetzen, um ein neues Elend aufzusuchen. Dieses Proletariat sesshaft und arbeitsam zu machen, wäre schon an und für sich eine hohe Aufgabe, abgesehen von jeder nationalen oder religiösen Eichtling. Sie wissen, dass an der Aufgabe sich schon manche vor uns versucht haben, mit gutem Willen, auch mit grossen materiellen Mitteln. Sie wissen aber ebenso, dass die Versuche fehlgeschlagen sind. Warum? Weil jene von einem unrichtigen Principe ausgiengen. Sie meinten: im Anfang sei das (leid. "Nein! Im Anfang ist die Idee. Für Geld bekommt man Mietlinge, ein Volk lässt sich so nicht airlraffen. Dies kann nur eine Idee zuwege bringen. Sie hat es zuwege gebracht. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) In unserer Kritik der früheren 'Versuche müssen wir uns aber vor Hoc In mit b hüten. Thatsächlich stehen wir zu den früheren Zionisten nur in dem Verhältnisse von Leuten, die moderne Verbesserungen an einer unbrauchbaren alten Maschine anbringen. Ehrwürdig ist die alte Maschine, doch — sie gehört ins Museum. Wir würden unseren Gegensatz schon aus Pietät für die Vorläufer und Gesimuuigsv er wandten, nicht so scharf betonen, wenn die ungenügenden Ergebnisse jener Versuche nicht als Argument gegen uns geführt würden. Die wohlthätige Colonisation ist gescheitert, die nationale wird gelingen. (Lebh. Beifall und Händeklatschen.) Wenn man uns aber fragt, was wir mit den Ansiedlern anfangen wollen, so sind wir nicht in Verlegenheit. Wir wollen sie zu Bodenständigen, zu wirklichen Landsassen, machen. Sie sollen auf der Scholle, von der Scholle leben, nicht besorgt als kraftlose Händler nach dem Marktpreise auslugen. Den Markt, sollen sie nur mit den Erzeugnissen aufsuchen, die sie über den Eigenbedarf hinaus haben. Jede Ansiedlnng soll sich nach den Grundsätzen, die uns Erfahrung und Wissenschaft heute schon an die Hand geben, als landwirtschaftliche Prodllctivgenossenschaff selbst verwalten. An diese Grundsätze werden wir anknüpfen müssen, wenn wir mit Gottes Hilfe die öffentlichrechtlichen Sicherheiten unseres Programms erlangen. So lassen sich die Grundlagen bereiten für die dauernde Ruhe, nach der sich das so viel umhergehetzte Volk der Juden mit solcher Inbrunst sehnt. Was sich auf diesem breiten festen Unterbau einer arbeitenden landwirtschaftlichen Bevölkerung erheben, wird, welches moderne und wohnliche Gebäude, das wird vom Volke selbst abhängen, nachdem wir ihm die Selbstbestimmung seiner Geschicke verschafft haben werden. Für alle Kräfte des Judenthums gibt es dort Verwendung, für die ungelernten wie für die höchstgebildeten. Xicht mehr wird es nöthig

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