Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, English, Hebrew
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■1 leicht reisen, aber auch solche sind erschienen, und neucMitarbeiter sind uns in erfreulicher Weise zugewachsen, nicht nur Juden! Es geschieht nicht in der Verblendung eines Parteiniensch.cn, wenn ich sage, class die aus anderen Confessionen und Nationen herankommenden Helfer zu den Besten und Edelsten gehören. Es sei gestattet, die Worte zu citieren, die der englische Dichter Hall Caine vor kurzem in einer Versammlung in London sagte: .„Wenn ich selbst ein Jude wäre, so wäre ich auf diese Thatsache höchlich stolz — stolz darauf, zu einer alten Basse zu gehöre]], die einige der grössten Männer hervorgebracht hat; stolz auf eine Xation, die noch immer einen starkem Antheil an den Weltangelegenheiton hat, obwohl sie weder Thron, noch König, noch Soldaten, noch auch einen Zollbreit Erde ihr eigen nennt; stolz auf eine Literatur, die in der heiligen Schrift eine Erhabenheit erstieg, unerreicht von. andere]] Meisterwerken, des menschlichen Geistes: ich wäre stolz auf die Gelegenheit, mich an einer Anstrengung zu betheiligen, welche Palästina aus dem Zustande einer dürftigen Wüste zu einem Lande von reicher Fruchtbarkeit und Wohlfahrt erheben soll; stolzer als alles aber würde mich die grosse Möglichkeit machen, die jetzt vor den. Juden liegt: dass sie nämlich für die Armen und in iriancb.cn Ländern Gedrückten ihres Volkes thätig sein können, um die gewaltige religiöse Hoffnung zu ATerwirklichen, die sie aufrecht erhalten hat dreitausend grausame Jahre hindurch!" (Bewegung.) So redet ein Christ! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Diese Sprache, die ihn ehrt, würde aber uns nicht ziemen. .Wir haben eine sittliche Pflicht einfach zu erfüllen. Die Schwachen, haben ein Eecht auf die Hilfe der Stärkeren. In welcher Form wir uns diese Hilfe denken, das haben unsere früheren Congressc dargethan, und auch dieser wird hoffentlich Aufklärung über die Gerechtigkeit unserer Wünsche und. die Loyalität unseres Vorgehens verbreiten. Die Judenfrage kann nur von den Juden gelöst werden, das ist unsere Ansicht. (Lebhafter Beifall.) Aus diesem Grundsatze ergibt sich logisch alles Weitere. Wir haben uns darum von den früheren Methoden abgewendet. Wir haben nicht durch Schimpfereien zu beweisen versucht, dass wir feinere1 Leute seien. Wir haben, auch nicht in unbestimmten Fredigten auf die nahe bevorstehende Verbrüderung aller Menschen hingewiesen. Wir wollen uns ferner nicht eine andere Nationalität als Maske vorbinden. Lud endlich arbeiten wir nicht auf den Umsturz aller Dinge hin. All dies ist unsere Sache nicht. Wir glauben, vielmehr, dass in der bestehenden Bcchts- und Gesellschaftsordnung die Mittel zur Lösung der Judenfrage zu finden sind. Was man von Leuten, die sich an. die Lösung einer grossen Frage heranwagen, vor allem verlangen dürfte, ist sowohl ein genügender Ernst als auch die Buhe in der Beurtheilung der gegebenen Verhallnisse. Diese Verhältnisse sind traurig, aber mit Jammern allein kommt man nicht vom Fleck. Wenn wir uns fähig zeigen, zur That fortzuschreiten, so kann uns die MitAvirkung vieler rechtschaffener Menschen