Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 265)
- Language
- German, English, Hebrew
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bekommen. Auf diese Art würden wir durch die Colonisten in Palästina eine neue Wissenschaft erhalten, die Wissenschaft über Paliistina. Ich unterstütze daher den Antrag des Herrn Dr. Bei ko ws-ky mit der weiteren Ausdehnung, dass wir das Actions-Comite beauftragen, es möge Schritte thun, eine derartige Palästina-Wissenschaft zu schaffen. Del. Rosenthal; Was den Antrag anbelangt, dass die Bank eine Cornmission zur Erbauung der angeführten Anstalten einsetze, so glaube ich, dass die Bank etwas derartiges nicht vermag. Eine Bank kann keine solche Cornmission einsetzen. Das kann meiner Ansicht nach nur das Actions-Comite. Das ist die Hauptsache. Ich möchte fragen, ob das Actions- Comite oder der Aufsiehtsrath Mittel sucht. Hier wird debattiert über gewisse Modalitäten. Das ist nicht so wichtig. Man muss Mittel suchen, um frische Actionäre zu bekommen. Ich möchte das Präsidium fragen : Sind gewisse Schritte gemacht worden, um mit Bankiers in Verbindung zu treten, um das Actiencapital voll zu machen? Ferner, glaube ich, ist es nothwendig, dass die Bank einen Fachmann erhalte, der immer in London wohnt und besoldet ist; denn die Directoren unserer Bank wohnen nicht immer in London, sondern auf verschiedenen Plätzen und man weiss nicht, wohin man sich wenden soll. Es ist daher nothwendig, dass die Bank einen besoldeten Direetor erhält, der in London wohnt. Präs. Dr. Herzl: Soviel ich weiss, bemüht sich das Directorium, eine geeignete Person zu finden. Die Hauptsache ist jetzt, dass die Vollzahlung der gezeichneten Shares in der nächsten Zeit erfolge. Sobald dies geschieht, ist der Trust actionsfähig. Bis zum Augenblicke aber, wo die Geschäfte beginnen, hält es das Directorium nicht für nothwendig. Ausgaben für einen Manager zu gewähren. Del. Newman-Ritsches (beginnt seine Rede englisch und fährt dann deutsch fort): Meine Herren! Sie haben mich geplagt, dass ich deutsch sprechen soll. Dies fällt mir etwas schweiv und ich bitte daher, mich zu entschuldigen, wenn ieh mich nicht, so gut ausdrücken kann. In Johannesburg,, woher ich komme, smri 12.000 russische Juden, welche meistens sich in sehr armseligem Zustande befinden. Dort ist jetzt eine Bank, welche den Leuten mit kleinen Vorschüssen, die auf längere Zeit rückzahlbar sind, hilft. Das reicht aber nicht aus, und ich möchte daher vorschlagen, dass die Bank in Johannesburg eine Filiale eröffne. Sie würde damit ein gutes Geschäft machen, und den Tausenden von russischen Juden helfen, ohne dabei etwas zu riskieren. Ich könnte noch viel länger reden, aber ich trlaube nicht viel Worte nothwendig zu haben. Bei uns ^agt man: Wenn jeder, der wollte, dass Jerusalem aufgebaut würde, nur einen Ziegel gesetzt hätte, hätten wir schon ein sehr grosses Jerusalem. (Lebhafter Beifall.) Del. Lebenhardt: Wenn der Erfolg kein derartiger ist, wie es zu wünschen wäre, so liegt thatsächlich die Schuld nicht an der jüdischen Bevölkerung, sondern in erster Linie an der mangelhatten Organisation des Verkaufes der Actien. Ich beantrage, dass in den einzelnen Städten, die eine grössere jüdische Bevölkerung haben, entweder einzelne vertrauenswürdige Personen, die selbst dafür haftbar sind, den Verkauf übernehmen, oder wo Vereine existieren, diese den Verkauf poussieren, und zwar unter persönlicher Verantwortung der Functionäre. Präs. Dr. Herzl : Ich glaube, dass wir diesen Antrag den Bank- . directoren übergeben. Del. Dr. Elias: Meine Damen und Herren! Vor 18 Monaten ungefähr ist in der „Welt" ein Vorschlag erschienen, betreffend die Modi-