Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 264)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 2ßl — wir auf dem Congresse gethan haben, und wenn wir den Leuten sagen, das einzige, was wir gethan haben, ist, dass wir einen sehr wichtigen Schritt für die Arbeiter in Palästina unternommen haben, so würde vielleicht das schon geniigen. Vielfach war die Frage: „Was soll die Bank arbeiten?* und wenn wir nun kommen und sagen, die Bank hat zu arbeiten, sie hat vorlaufig die Arbeiter in Palästina zu versorgen, so werden die Leute wissen, dass die Bank eine für uns sehr wertvolle Arbeit zu verrichten hat. Ich glaube, wenn wir zu unseren Wählern kommen und ihnen sagen, es ist die äusserste Notwendigkeit, dass die Bank sofort zur Thätigkeit schreite, es sind eine Masse Arbeiter da, die zugrunde gehen, wenn Ihr mit dem Einzahlen der Shares weiter zögert, so wäre das ein sehr gutes Mittel, die Einzahlung der Actien zu befördern. Der zweite Antrag war der, dass wir das Aetions-Comite beauftragen, die Verhältnisse in Palästina, soweit dies für die Thätigkeit der Bank nothwendig ist, genauer kennen zu lernen. Zu diesem Antrage möchte ich nur bemerken, dass Herr Professor Belkowsky nicht die Art und Weise angegeben hat, wie man diese Verhältnisse kennen lernen solle. Ich möchte vor den Fehlern warnen, die wir bereits begangen haben. Wir waren immer dafür, dass wir »?was über Palästina wissen möchten. Denn das ist für unsere ganze Idee von allergrösster Wichtigkeit. Und wenn wir in Palästina zur Thätigkeit übersehen sollen, so muss es unser Bestreben sein, nicht die gewöhnlichsten Felller zu begehen aus dem Grunde, weil wir nicht die Verhältnisse kennen. Nun hat man nach dem ersten Congresse gewöhnlich eine Person auf kurze Zeit nach Palästina geschickt. Diese hat einen ohertlächlichen Blick auf Palästina geworfen und hat uns ein Referat über Palästina vorgetragen. ' Meine Herren, das genügt nicht, um eine praktische Thätigkeit 7Ai beginnen. Ich glaube auch nicht, dass es besser' sein wird, wenn wir statt einer Person mehrere Personen schicken. Denn diese würden auch nur ein sehr oberflächliches Studium des Landes vornehmen können. Nun haben wir in Palästina selbst eine, ganz-» Masse intelligenter Kräfte unter den Colonisten und auch den Nichtcolonisten, welche die Verhältnisse in Palästina nicht erst kennen zu lernen brauchen, sondern sie bereits kennen. Bis jetzt wurde nichts gethan. um diese Kräfte zu expioitieren. Ich bin dafür, dass wir das Actions-Comite beauftragen, in irgendeiner Weise, welche ihm angezeigt erscheint, diese Kräfte in Palästina dazu auszunützen, dass wir über die Verhältnisse dieses Landes genaue und eingehende Berichte bekommen. Es existiert über Palästina, meine Herren, eine sehr grosse Literatur. Nicht wir allein interessieren uns über Palästina und nicht erst von heute datiert das Interesse, sondern es existiert eine ganze Literatur, die leider nicht von Juden und nicht für jüdische Zwecke geschrieben wurde. Gewiss wird sich darin auch sehr viel befinden, was benützt werden könnte. Nun glaube ich. dass nicht viele von uns mit diesen Werken bekannt sind. Diese Literatur könnte auch nicht ganz so wie sie ist hingenommen werden, sondern sie müsste nach der Richtung revidiert werden, dass die jüdischen Gesichtspunkte hineingetragen werden. Diese beiden Umstände müssten combiniert werden. Man müsste die Sache so Einrichten, dass diejenigen intelligenten Kräfte, die wir in Palästina haben, bewogen werden, die ganze grosse Literatur über Palästina kennen zu lernen, sie von ihrem jüdischen, zionistischen Gesichtspunkte aus durchzusehen und ihre eigenen Erfahrungen hinzuzufügen, so dass wir nach und nach — es wird dies gewiss längere Zeit dauern — ein klares, genaues Bild von Palästina