Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 251)
- Language
- German, English, Hebrew
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Vors. Dr. Herzl: Ich kann jetzt nicht mehr das Wort ertheilen. Del. Weinmann : Ich habe einen Antrag zu stellen. Ich wusste ja nicht, dass die Sache jetzt zur Verhandlung kommen werde. Ich habe den concreten Vorschlag gemacht, das Actions-Comite möge sich mit allen jüdischen Gemeinden diesbezüglich ins Einvernehmen setzen. Ich möchte diesen Vorschlag hier in einen Antrag zusammenfassen, dass dem Actions-Comite der Auftrag ertheilt werde, sich mit allen jüdischen Gemeinden, welche hier in Frage kommen, in Verbindung' zu setzen,, da die zionistischen Vereine allein zu schwach sind, um das ganze Material allein aufzuarbeiten. (Lebhafte Schhiss-Rufe.) Ich beantrage daher, dass das Actions-Comite beauftragt werde, sich mit allen jüdischen Gemeinden ins Einvernehmen zu setzen, um vorerst eine Statistik über die wirtschaftliche Lage der Juden zu erhalten und — Vors. Dr. Herzi (unterbrechend): Ich glaube, es wäre angezeigt, es dem Actions-Comite zu überlassen, in welchem Zeitpunkte es eine solche Manipulation für opportun hält. Del. Weinmann : Ich habe ja den Zeitpunkt nicht angegeben. Vors. Dr. Herzl: Wenn die Möglichkeit sich bietet, ein Einvernehmen in dieser Beziehung herzustellen, so wird es das Actions-Comito gewiss gerne thun. Del. Weinmann: Ich habe den Antrag gestellt, dorn Actions-Comite möge ein solcher Auftrag ertheilt werden. j Vors. Dr. Herzl: Einen solchen Auftrag halte ich für sehr schwer durchführbar. Wir können nicht einen Auftrag entgegennehmen, dies unter allen Umständen zu thun- Ich halte den Antrag daher nicht für angezeigt, weil eine solche Bestimmung an einzelnen Orten vielleicht gar nicht ausführbar wäre. Del. Weinmann: Ich sagte „Nach Möglichkeit-. \ Vors. Dr. Herzl: Dann genügt es ja, wenn Sit? die Anregung gebem Genügt Ihnen das?! Del. Weinmann: Jawohl. Vors. Dr. Herzl: Der nächste Punkt der Tagesordnung ist das Referat des Herrn Professor B e 1 k o \v s ky bezüglich der Jüdischen Colonialbank. Ehe ich ihm das Wort ertheile. möchte ich mir die Mittheilung zu machen erlauben, dass die Versammlung der Share-Clubs heute um i Uhr *.J0 Minuten nachmittags in der kleinen Halle oben stattfinden wird. Referent Belkowsky: Meine, hochverehrten C o n g r e s s - M i t g 1 i e d e r! Endlich sind wir an die goldene Brücke angelangt, die das körperlich, geistig und wirtschaftlich gestärkte Judenthum einer besseren Zukunft entgegenführen wird. Mit ihrem Bau beabsichtigen wir keinesfalls in einen colonialen Mitbewerb zu treten, wie es verschiedenen Colonial-Gesellschaften anderer Völker bezwecken. Gebrandinarkt und geächtet, in die Notwendigkeit versetzt, den Wanderstab in der Hand in der weiten Welt umherzuirren, haben wir im Jahrhundert der Realität zu einem ganz reellen, von verschiedene Völkern schon längst erprobten Mittel gegriffen. Unser im Bau begriffener Trust soll uns den Weg zu unserer trauten Heimat, von der wir gewaltthätig entrissen worden sind, ebnen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)