Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 245)
- Language
- German, English, Hebrew
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— lm:> — bedarf als solch« wohl der Begründung, und zwar nach zwei Seiten hin. Die eine Seite ist die Kritik der bestellenden Zustünde, die auf allen Congresse.n Gegenstand ergreifender Discussionen gewesen ist. Die andere Seite der Begründung aber ist bisher leider sehr vernachlässigt worden : sie besteht im Nachweise, dass diese Zustünde, deren Unnahbarkeit die glänzenden Kritiken der Herren Dr. Nord au und Dr. Herz! und vieler anderer unwiderleglich gezeigt haben, durch bessere von uns ersetzt werden können« dass die Erreichung unseres Endzieles thatsächlich möglich und mit den richtigen Miltein auch durchführbar ist und in die Wirklichkeit umgesetzt werden kann. Ms fehlt uns bedauerlicherweise etwas, was-für jede öffentliche Bewegung von unbedingter Notwendigkeit ist, es fehlt an einer Systematik des Zionismus, an einem methodischen Aufbau unserer Voraussetzungen, Grundsätze, Argumente. Zukunftspläne und Gesammtbestrebungen. die jedem Gesinnungsgenossen das klare Bewusstsein und die feste Zuversicht gibt, dass dieser nicht entfernte Ideale, sondern durchaus realisierbare Zwecke verfolgt. Meine Damen und Herren! Wir müssen nicht nur wiesen, was wir wollen, sondern auch, wie wir es wollen. Der noch zur Verfügung stehende halbe Tag erlaubt es nicht, diesem Mangel eines Systems des Zionismus hier abzuhelfen, aber der Einladung des Herrn Präsidenten folgend, gestatte ich mir einige praktische Vorschläge zu dem augenblicklichen Thema Ihnen zur geneigten Würdigung zu unterbreiten, Vorschläge, die ohne nennenswerte Kosten sich sofort verwirklichen lassen. M?in erster Vorschlag betrifft die grosse Calamität des jüdischen Wanderbettels, unter dem die gesammte Judenheit leidet.'Heute werden in den Gemeinden Deutschlands und anderer Länder Millionen ohne praktischen Erfolg hinausgeworfen. Diese Suramen, die durch die jüdischen Unterstützungscassen verschwendet werden, können bei richtiger Organisierung der Cassen viel besser verwendet werden. Ich bin auch nicht der Ansicht des Herrn Schachtel, dass wir alle die in Aussicht genommenen Hilfsmittel, die auf die Hebung der Lage der Juden abzielen, in rein zionistisch-parteiischer Weise organisieren sollen. Ich bin der Meinung, dass wir in allen Dingen, <iie das gesammte Judenthum betreffen, mit allen Juden gehen sollen. Wir werden dann auch besser in der Lage sein, unseren rein zionistischen Bestrebungen besser Geltung zu verschaffen, wenn wir mit allen Juden gehen. Ich glaube deshalb, dass es vor allem nothwendig ist, dass sich die zionistischen Vereinigungen mit allen Judengemeinden der ganzen Welt in Verbindung setzen, um die geeigneten Mittel und Wege zu berathen. Jode Judengemeinde soll eine kurze Statistik geben über die W'irtschaftsverhältnisse der in den verschiedenen Gemeinden wohnenden Juden, darüber, ob sie in einem oder dem anderen Berufe . . . Vicenräs. Dr. Gaster: Ihre Zeit ist um. Del. Dr. Bragin (spricht russisch) *) Del. Lozinski: Geehrte Versammlung! Ich möchte einen ganz positiven Antrag stellen in Bezug auf eine acute Frage, die die gesammte Judenheit beschäftigt. Dieser Antrag geht dahin : Der Congress möge beschliessen, dass die Federation of Zionist in den Vereinigten *) Angesichts des Umstandes, dass die Hebung der materiellen Lage des jüdischen Volkes in das zionistische Programm gehört, fasst der Congress folgenden Beschluss: Die Zionisten sind überall verpflichtet, die Gründung von Vereinen und Genossenschaften zur Hebung der materiellen Lage der Juden ins Leben zu rufen.