Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 240)
- Language
- German, English, Hebrew
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Vereine sind nicht durchwegs aus dem Grunde Zionisten ge\vordenr weil sie später einmal auswandern wollen. Es handelt sich darum, in diesen Organisationen testzustellen, wie sich die einzelnen Mitglieder für die einzelnen Arbeiten eignen, für den Ackerbau, für Fabriken, wie die Verwaltungskosten einzunehmen u. s. w. und diesbezüglich könnten diese Organisationen sehr viel leisten. Ich glaube nicht, dass es angezeigt wäre, hier in eine Specialdebatte einzugehen, sondern indem ich einen Theil meines früheren Antrages hier wieder aufnehme, möchte ich beantragen, dass eine Coinmission eingesetzt werde, die sich mit dieser Frage so zu befassen hätte, wie die Coinmission für die Coloniaibank es bezüglich dieser gethan hat. Das muss aber eine Commission sein, die wirklich etwas arbeitet. Leute, die etwas von der Sache verstehen, und nicht Leute, die nur honoris causa sich da hineinwählen lassen. Ich habe schon Namen nennen hören von Leuten, die in diese Commission hineinkommen sollen, und als ich fragte, „warum"? wurde mir geantwortet: „Es müssen in der Commission Leute sitzen, die ein gewisses Ansehen besitzen u. s. w.* Das geht nicht an, meine Herren. Es müssen vielmehr Leute in die Commission hineinkommen, welche von der Sache etwas verstehen und den Willen haben, etwas zu leisten. Die Commission könnte bereits im Laufe dieses Jahres thatkräftig vorgehen und könnte derartige Vereine begründen und weiterhin beaufsichtigen und unterstützen. Schliesslich möchte ich bloss an ein Wort erinnern, das einmalJohann Jacobi gesagt hat. Er sagte, die Gründung kleiner Arbeitervereine ist wichtiger als die Sehlacht von Sedan. Wenn dies auch nicht vollkommen zutreffen mag, so können wir doch eine grosse Lehre daraus ziehen, und das müssen wir. Ich bitte den Congress, eine derartige Commission einzusetzen, welche im Laufe des Jahres sich bereits [iraktisch zu bethätigen hätte. (Lebhafter Beifall. — Mehrere liedner melden sich zum Worte.) Vors. Dr. Gaster: Wir müssen berücksichtigen, dass um 5 Uhr der Saal leer sein muss. Del. Dr. Rappaport (zur Geschäftsordnung): Wir haben sehr wichtige Fragen zu erledigen, die keinen Aufschub erleiden. Vors. Dr. Gaster: Das ist nicht zur Geschäftsordnung. Sie können einen Antrag stellen. Del. Dr. Rappaport: Ich beantrage Schluss der Discussion. Vors. Dr. Gaster : Sie können nicht zwei Sachen zu gleicher Zeit beantragen, nicht Schluss der Debatte und Aufschiebung der Verhandlung. Del. Dr. Rappaport: Ich beantrage Schluss der Debatte und Uebergang zur Tagesordnung. Vors. Dr. Gaster: Ohne Anhörung der Redner? Del. Dr. Rappaport: Ohne Anhörung der Redner. Del. Weinmann: Dieser Antrag wurde vorhin eingebracht und abgelehnt. Vors. Dr. Gaster: Ich ertheile dem Herrn Delegierten Landau das Wort. (Del. Landau ist im Saale nicht anwesend.) Del. Wiener: Meine Herren! Gleich sämmtlichen Vorrednern muss ich lebhaft bedauern, dass diesem thatsächlich wichtigsten Theile unserer Arbeit so wenig Zeit zur Verhandlung gegönnt ist. Noch mehr aber muss ich bedauern, dass diesem wichtigsten Theile so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wir haben gestern viel über Agitation gesprochen und berathen, und ich glaube, dass das, was wir heute zu besprechen haben, das wichtigste agitatorische Mittel ist, mit welchem wir vorwärts kommen können und müssen. (Beifall.).