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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 239

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 239 (sequence 239)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— — Schöne geleistet. Es hat sich zum Ziele gesetzt, dem kleinen Manne zu helfen, nicht dem mittleren, sondern demjenigen, der zugrunde gehen muss, wenn ihm nicht unter die Arme gegriffen wird. Wenn Percent Bettler sind, können die übrigen fünf Percent nicht helfen. Wir müssen trachten, der Proletarisierung des Judenthums Einhalt zu thun. Wenn aber das Judenthum von allen Seiten boycottiert wird und wir es uns nicht angelegen sein lassen, da Abhilfe zu schaffen, -dann werden wir binnen kurzer Zeit Bettler sein, und es wird uns nicht geholfen sein, wenn wir dann eine Heimat haben. Denn nur in einem gesunden Körper kann eine gesunde Seele sein. Und vor allem muss der Volkskörper gesund sein. Das Institut, von dem ich gesprochen, besteht seit dem 15. Juni. Sein Peingewinn ist für zionistische Zwecke bestimmt. Das grösste Darlehen besteht in 100 Gulden, mehr darf nicht gegeben werden. Sie sehen also, für grosse Leute ist dieses Institut nicht. Innerhalb eines halben Jahres musste der Darlehensnehmer zehn Percent abzahlen. Das Uebrige wird weiter geborgt. Er braucht nur einen Bürgen zu bringen. So hat die Anstalt seit 4o Tagen 00 Creditgesuche günstig erledigt, sie hat 00 Parteien vor dem Bettelstabe gerettet. Das hat kein einziger Verein in Prag, die Zehntausende im Vermögen haben, gethan (Hört! Hört!), und das, meine Herren, können Juden leisten, wenn sie sich zusammenschliessen. Hier haben es die Prager Juden gethan. Bedenken Sie, was die gesammte Judenheit der Welt zu leisten imstande wäre, wenn sie sich zusammenschliessen wollte. Auf diesem Gebiete würden die wenigsten Differenzen vorkommen. Auf materiellem Boden könnten alle einig sein und ihre Ideale Ideale sein lassen, weil sie vorläufig nicht zum Ziele führen können. Vors. Dr. Gaster: Ich muss den Herrn Redner darauf aufmerksam machen, dass seine Zeit um ist. Del. Schachtel : Meine Herren! Ich habe vor dem Congress diesbezüglich einen Antrag eingebracht, der sich aber zum grossen Theile mit dem von Herrn Marin orek vorliegenden Antrage deckt. Ich glaube daher, nicht weiter auf meinem Antrage bestehen zu sollen. Nur einige Bemerkungen möchte ich hier machen. Wie denken wir uns die Ausführung dieses Planes? Ich glaube, es ist wichtig, dass dasActions- Comite uns bei der Gründung solcher Agitationen zur Selbsthilfe behilflich ist und sie auch weiterhin beaufsichtige, ähnlich wie es mit der Coloniaibank geschieht, damit diese Vereinigungen für alle Zukunft zionistisch bleiben. Denn wir arbeiten nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft. Wir können hierbei sehr viel von der Socialdemokratie lernen und ihr dabei sehr viele unserer Stammesgenossen entziehen. Denn heute sind die einzelnen Organisationen auf Basis der Selbsthilfe socialistisch. Finden aber unsere Stammesgenossen bei uns gleiche Organisationen, so werden sie sicher zu uns kommen. Denn ich bin überzeugt, dass sie nicht deshalb Socialdemokraten sind, weil sie die Ziele der Socialdemokratie billigen, sondern um ihre Unzufriedenheit kundzugeben. Unsere Stammesgenossen werden in diesen Organisationen lernen zu arbeiten und sich selbst zu beherrschen. Sie werden ferner durch die Selbstverwaltung solcher kleiner Organisationen lernen, grössere Organisationen zu verwalten. Meine Herren! Bedenken Sie, wie anders es heute aussähe mit den rumänischen Juden, wenn diese vor zehn Jahren solche Organisationen ins Leben gerufen hätten. Und wir können nicht wissen, wie es uns selbst in zehn Jahren ergehen wird. Ich glaube deshalb, dass diese Organisationen eine unbedingt nothwendige Ergänzung der einfachen zionistischen Vereine sind, denn die Mitglieder der zionistischen

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