Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 236)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 236 — actionsfähig angesehen werden und nicht dasjenige leisten, was wir davon verlangen, Noch ärger steht es mit dem Vereine. Er leistet den Mitgliedern nichts Praktisches. Die Vereine in Galizien tragen den Charakter von Los- und Geselligkeitsvereinen, sie bieten den Mitgliedern geistige Nahrung und für diese Kost ist der grösste Theil unserer Bevölkerung nicht. Etwas positiv praktisches kann der Verein nicht bieten. So ist er nicht blos labil, sondern als ganzes und grosses kann er, wenn verlangt wird, dass er in Action trete, etwas Erspriessliehes kaum leisten. Die socialistische Organisation versorgt im Erkrankungstalle ihre Mitglieder, sin vermittelt ihnen Arbeit, sie hilft ihnen bei Strikes und ArUdtswrsäumnissen. diese Zeit überdauern. Alle diese Mittel bilden einen praktischen Hintergrund und binden das Mitglied an die Organisation. Wir können über solche Mittel nicht verfügen. Aber etwas müssen wir doch thun. damit diese wichtigen Associationen ihre frühere Labilität verlieren. So habe ich denn dieses Musterstatut vorgelegt. Im £ 7 ist enthalten, dass jedes Mitglied, wenn es in die zu gründende Creditgenossenschaft aufgenommen werden will, verpllichtet ist, alijährlich dem Beschlüsse der Generalversammlung entsprechend einen Beitrag von mindestens 1 Krone 1 Schekel zu entrichten und sämmtliche Creditgenossensehaften, die mit dieser jüdischen Creditgenossenschaft in Gesehäftsverbindung treten wollen, müssen auch ihre jüdischen Mitglieder verhalten, Sehekelzaher zu sein. Hier geht es nicht um den Betrag, sondern um ganz etwas anderes. In erster Linie muss die Autorität des Sehekels zur Bedeutung gelangen, wenn die Sache nicht nach Art eines Almosens betriebe», sondern von solchen Creditgenossenschaften bureaumässig der Schekel eingehoben wird. Es ist etwas ganz anderes, wenn der Schekelzahler weiss, dass er durch die Zahlung den Weg zur Mitgliedschaft einer Creditgenossenschaft sich geebnet hat. Da wird er. vom Pflichtgefühle geleitet, sä nmtiiche zionistischen Versammlungen besuchen, er wird den Begriff des Sehekels erfassen, er wird von der Bedeutung der Institution durchdrungen sein, und nur so kann die Propaganda in die Kreise der Indifferenten getragen weiden, die deswegen indifferent sind, weil sie nicht höre i können oder nicht in die Lage kommen, zu hören. Ein weiterer Punkt dieser Statuten sagt, dass alljährlich *2?> Percent von dem zu erzielenden Heingewinne dem Actions-Comite zur Bestreitung der Agitation abzuführen sind. Wenn wir nun erwägen, und dieser Erwägung können wir im vollsten Sinne des Wortes Rechnung tragen, dass dieses Institut bald das Vertrauen der jüdischen Bevölkerung erlangen wird, dass ein bedeutender Gewinn erzielt und ein grosser Betrag dem Actions-Comite zugeführt werden wird, so können wir bald die Idee des verewigten Professors S c h a p i r a. des Schöpfers des Sehekels, verwirklichen, indem wir den Schekel als Nationaltbnd verwenden, was erst recht die Bedeutung des Sehekels zur Geltung bringen wird. Ein weiterer Punkt des Musterstatutes enthält auch die Bestimmung, dass ein jüdisches Mitglied ausser seinem gewöhnlichen ordentlichen Geschäftsantheile auch einen ausserordentlichen Antheii besitzen muss, der nach dem Beschlüsse der ersten General-Versammlung dieses Institutes mindestens eine Actie der Jüdischen Colonialbank sein soll, und nun stellen Sie sich vor, verehrte Anwesende, von wie nachhaltigem Werte dies nicht bloss für den weiteren Verkauf der Actien wäre, sondern wie sehr auch der Wert jeder Actie beim Actionär sich steigern müsste.