Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 237)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 237 — Sagen wir uns aufrichtig: Hat denn der grösste Theil der bisherigen Aetionäre wirklich nur aus rein zionistischem Patriotismusgezeichnet? Ein grosser Theil vielleicht, der grössere Theil that es, wreii er den einüussreichen Sammler nicht abweisen wollte und das sicherste Zeichen dafür ist in dem Umstände zu erblicken, dass die weiteren Katenzahlungen sehr spärlich eingehen und der weitere Verkauf der Shares relativ sehr gering ist. Denn jeder Actionär als solcher kann speciell heute, wo er noch von der Bonität nicht vollauf überzeugt ist, wo er weiss, dass das Panier einstweilen keinen Cours hat, einen grösseren Theil seines Geldes in diesem Papiere nicht annageln. Wenn aber die Bestimmung -des Statutes dahin geht, dass jedes Mitglied der Genossenschaft mindestens eine Actie besitzen muss, die unter dem Namen eines ausserordentlichen Geschäftsanteiles gleichwertig mit dem ordentlichen GesehafLsnntheile i^t, wird jeder Jude, anfangs zwar gezwungen, diese Actien kaufen, später aber, wenn er erkennen wird — beim Vertrauen, das er zur Gründung der Genossenschaft haben wird — dass diese Actien für ihn eine Wertsache repräsentieren und auch Vortheil bringen, wird er sich von dem Bedenken nicht weiter leiten lassen, dass er einen bestimmten Theil seines Geldes annagelt und er wird auch von der Bonität überzeugt sein. Noch ein wichtiges Moment, das im Statute einstweilen nicht enthalten ist, das aber leicht eingefügt werden kann, besteht darin, dass sich diese Creditgenossenschaften auch mit der Liquidierung des Vermögens der Liegenschaften derjenigen zu befassen hätten, die, bis der richtige Moment gekommen ist, aus den Ländern der Noth auswandern. Da bei diesem Umstände ein Verschleudern der Liegenschaften verhütet werden muss, sind auch einige Organisationen nothwendig, die die unentgeltliche Verwaltung der Liegenschaften übernehmen un»i die langsame Lhiuidatron derselben durchführen. Sie ersehen, ein wie wichtiges Glied Sie in diesen Organisationen finden werden, und wie diese beitragen werden, zur Stärkung der Genossenschaft. Noch etwas! Wir haben aus dem Munde des verehrten Präsidenten gehört — voriges Jahr und vor zwei Jahren, und wir sind alle davon überzeugt — dass es nothwendig ist, die Cultusgemeinden zu reorganisieren, und nun wissen wir es — ich habe leider nicht Zeit, um die Zustände in Galizien so klar vorzuführen — dass der grösste Theil der Cultuswähler unter dem Zwange einiger weniger sogenannter Ehrenhausjuden des Poleuclubs steht, die durch keine Moral geleitet, sondern nach der Devise „gehst du nicht willig, so brauch' ich Gewalt"" den grössten Theil der Wähler in Abhängigkeit von sich halten. Hinter diesen Parade-Hausjuden steht regelmässig auch ein Finanzinstitut. Wir können durch unsere Creditgenossenschaft, wenn wii dem Juden und dem kleinen Manne grössere Vortheile bieten, als er von den bisherigen Genossenschaften hatte — ich will nicht sagen, durch den gleichen Einlluss, wie die Paradejuden die Leute auf unsere Seite ziehen, aber jedenfalls können wir diesen gewaltsam durch Druck erzeugten Einlluss ein bischen schmälern und leichter in die Lage kommen, über diese Wähler zu verfügen. Ich habe noch von einem zweiten Antrage gesprochen. Derselbe gipfelt in der Gründung von Productiv- und Export-Genossenschaften. Sie werden, meine Damen und Herren, wissen, dass in wirtschaftlich darniederliegenden Ländern ein grosser Theil arbeitsloser Menschen sich befindet, die daran zugrunde gehen, dass sie beim besten Willen nicht arbeiten, wo sie arbeiten können, und so wird auch eine Aufgabe dieser Creditgenossenschaften sein, dass sie Productiv-Genossen-