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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 231

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 231 (sequence 231)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476262--1303-3477439
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werk bedeutend mehr betheiligt als die Nichljuden. Leider ist die Lage dieser Handwerker eine geradezu empörend traurige. Der Verdienst aller Handwerker macht durchschnittlich 171 Rubel pro Meister, die Lehrlinge nicht gerechnet, das macht 372 Rubel per Woche. Der jüdische Handwerker hat also sich und seine Familie mit 3V2 Rubel oder 7 Schillingen per Woche zu ernähren. Diese Zahlen sprechen wohl sehr deutlich. Lubbotin schreibt: „Von allen diesen Handwerkern sind % kaum Handwerker zu nennen. Das sind Leute, die den ganzen Tag heruiuwandern, um Beschäftigung und Arbeit zu suchen. Eine Arbeit ihnen geben, wird betrachtet wie eine Wohlthat. Sie betteln um Arbeit, diese Handwerker, und in seltenen Fällen bekommen sie sie. Ich hatte selbst Gelegenheit, einen ganz vorzüglichen Hand-1 werker zu sehen. Als ich ihn um sein«? Existenz befragte, sagte! er: „Ja, wenn ich drei Rubel per Woche verdienen würde, würde; ich nicht verhungern". Das heissl also, er verdiente nicht einmal! diese drei Rubel. Ich habe für diesen Mann eine Stellung gesucht; und wollte ihm eine andere Beschäftigung verschallen, aber ichj fand ihn nicht mehr, denn er war inzwischen wirklich vorllungerj gestorben. Das ist eine Thatsche aus meinem eigenen Leben. So ist es um die Lage der Handwerker bestellt. | Nun noch einige Worte über die Industrie und Arbeit. Die1 Zahl der Fabriken in diesem Rayon beträgt 4031. Von diesen; gehören 1450 oder ein Dritttheil Juden, während der Percentsatz' der Juden 00 ist. Noch geringer als die Zahl ist der Umsatz in diesen Fabriken. Er beträgt nämlich bei den Juden Durchschnittlich ist nämlich bei den Juden der Umsatz IW.i'OO Rubel, bei den Nichtjuden 00.500 Rubel. Es wird interessant sein, zu hören, wie sich die Juden nicht durch Capital, sondern durch Arbeit an diesen Fabriken betheiligen. Im ganzen Wilnaer Rayon beträgt die Zahl der Fabriksarbeiter 31.000. Davon sind 12.000 Juden oder 40 Percent. An der Production durch das Capital betheiligen sich die Juden also an den Fabriken mit 20 Percent, an der Arbeit mit Händen und Muskeln mit 40 Percent. Ich glaube, dies genügt, um den Vorwurf, class die Juden arbeitsscheu sind, zurückzuweisen. Ich hatte in unserer eigenen Fabrik Gelegenheit, einen Arbeiter zu sehen, der mir so blass und zitternd vorgekommen ist, dass ich einem Beamten einen Vorwurf machte, >varum er solche Leute halte. Da antwortete er mir: „Ich konnte den Mann nicht fortschicken." — „Warum?" — „In der Fabrik wird am Tage elf Stunden und in der Nacht elf Stunden gearbeitet. Nun hat der Mann Tag und Nacht und jetzt wieder elf Stunden, also 30 Stunden hintereinander gearbeitet, um sich und seine Familie zu ernähren. Ist es unter solchen Umständen ein Wunder, dass die Zahl der Proletarier eine horrende ist, und leider zeigt

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