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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 229

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 229 (sequence 229)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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_ 221> _ „patria". Eine Heimat ist dasjenige, was wir brauchen. Paneni et. patriam „Brot und Heimat". Es ist vielleicht interessant, dass in den vier Jahren, seitdem wir öffentlich zusammenkommen, um unsere Bedürfnisse und Wünsche auszusprechen, wir nur von der patria gesprochen haben, nur %ttJ*\ der Heimat uns gesehnt haben, und dass wir inzwischen ver^assip. dass wir hungrig sind, dass wir Hunger leiden. So merkwürdig die Thatsache ist, so steht es doch fest, dass wir uns an die Iv ngerrolle gewöhnt haben, dass wir sie beinahe als natürlich bet\- chtet haben. Meine Herren, ich hatte vor kurzem Gelegenheit, eir^russisches naturalistisches Stück zu sehen, worin der Held ein \ Hungerleider, ein obdachloses, hungerndes Individuum war. D^* Darsteller dieser Rolle, ein jüdischer Schauspieler, hat sie Mermassen hinreissend gespielt, dass man es diesem sonst ziemljpi mittelmässigen Schauspieler gar nicht zugemuthet hätte. Und^ dieser Schauspieler hat diese Holle nicht deshalb so hinreissenc gespielt, weil das Stück gut war, sondern deshalb, weil sie ^eine natürliche Holle war, die Holle des Heimatslosen, des Hungernden. Das ist die Natur des Juden. Seit 2000 Jahren wird dickes Stück auf der Bühne des Lebens von uns aufgeführt und;lie Darsteller der Hauptrollen sind wir Juden. Meine Herren, es Unit mir leid, dass ich Sie jetzt mit etwas langweiligen Daten beschäftigen muss, ich will Ihnen aber durch Zahlen nachweisen, dAs der Jude hungert, dass der Jude arbeitet. Ist so etwas nöthig; werden Sie mich fragen. Derjenige, der das jüdische Leben ke^S»?; braucht dies nicht nachgewiesen zu bekommen und trotzcPm ist es nöthig. Denn ausser uns und in uns finden wir Skeptiker, die sagen, die ökonomische Lage der Juden, wenn sie auch nicht gut ist, ist sie doch erträglich. Ich muss Sie hinüberführen in ein Gebiet von langweiligen, statistischen Daten, allein ich werde mich dabei so kurz als möglich fassen. Ich will Ihnen hier einige Thesen nachweisen. Die erste These ist, dass Russland in Bezug auf Industrie und Handel noch niedriger stellt, als andere Länder, die zweite ist, dass der Rayon, wo die Juden wohnen, derjenige ist, der diesbezüglich am schlechtesten daran ist. Ich entnehme meine Daten den verschiedensten Quellen und beziehen sie sich namentlich auf den Wilnaer Rayon. Die Zahl der Einwohner im ganzen Wilnaer Rayon beträgt 9,000.01)0, also 8*5 Percent von ganz Russland. Die Industrie dagegen beträgt im ganzen 40,000.000 oder Percent der ganzen Production Russlands. Ich bemerke noch einmal, die Bevölkerung ist 8Va Percent, die Production 2V.2 Percent; per Kopf der Bevölkerung macht das 4 Rubel aus, während im übrigen Russland auf einen Kopf 12 Rubel entfallen. Noch schlimmer gestaltet sich der Handel in den Bezirken. Er macht 185,000.000 Rubel, d. h. 2 Percent des Gesammthandels .Russlands aus. Was bedeutet das?, In dieser Gegend ist keine Industrie,

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