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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 227

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 227 (sequence 227)
Language
German, English, Hebrew
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er heute solche fruchtbare Anregungen hinausgibt, an die sich eine Thätigkeit und ein Wiederaufleben unserer vielfach unglücklichen Massen schliesst. Ich bitte, nachdem wir allgemeine Dinge mit einer solchen Weitschweifigkeit besprochen haben, jetzt zum sachlichsten Theile unserer Tagesordnung möglichst fruchtbare Anregungen su geben; dieselben werden, seien Sie versichert, in kurzer Zeit Früchte tragen. Del. Jasinowski (zur Geschäftsordnung): Diese Frage ist sehr wichtig. Da aber unsere Mittel nichts zu leisten imstande sind, da wir in dieser Frage nur Worte leisten können, da wir ein bestimmtes Programm für den Zionismus haben, eine gesicherte Heimstätte für das jüdische Volk zu schaffen, so stelle ich den Antrag, über diese Frage zur Tagesordnung überzugehen. Del. Scheinkin (spricht russisch, zur Geschäftsordnung). Präs. Dr. Herzl: Ich höre, dass Sie wieder auf die Culturfrage zurückkommen, darüber lasse ich nicht sprechen. Del. Tschlenow: Herr Scheinkin meint, dass man den Beschluss gefasst hat über die allgemeine Frage der Cultur, aber nicht über die zwei positiven Anträge, die die Bibliothek in Jerusalem und Jaffa betreffen. Diese sollen discutiert werden. Präs. Dr. Kerzl: Der Congress hat Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. Für die Anträge, betreffend Jaffa und Jerusalem, die mir schriftlich übergeben worden sind, werde ich später Raum schaffen. Del. Motzkin: Ich habe eine Erklärung abzugeben, weil sonst ein Missverständnis hier im Saale zurückbleiben würde. Auf dem Programme steht mein Name als Referent für die wirtschaftliche Frage genannt. Ich habe dieses Referat nicht übernommen und vor sechs Wochen, kurz nachdem ich die officielle Aufforderung nebst dem Programme für dieses Referat erhalten hatte, dies auch dem Comite mitgetheiit. Es geschah nicht, weil ich gegen die Behandlung dieser Frage war, sondern weil ich dieselbe nicht in so kurzer Zeit abmachen konnte, sondern längerer Erhebungen und Materialsammlungon bedurft hätte. Nicht ich bin verhindert worden, so »lern Herr M a r m o r e k. Präs. Dr. Herzl: Das habe ich angedeutet. Del. Rosenbaum (zur Geschäftsordnung): Nachdem keiner von den Referenten das Wort ergreift, nachdem in diesen Anträgen auch nicht dargelegt ist, wie die Sache organisiert wird, so stelle ich den Antrag, eine specielle Commission zu wählen, welche geeignete Massregeln zur Hebung der wirtschaftlichen Lage des jüdischen Volkes treffen soll. Del. Rapoport: Ich stehe auf dem Standpunkte des Vorredners. Wenn wir jetzt discutieren, werden wir uns nur mit leeren Worten abgeben, etwas Ernstes können wir nicht schaffen. Wenn kein Referent da ist. müssen solche Vorschläge einige Tage früher unterbreitet werden, damit man sie beurtheilen kann. Jetzt mochte ich beantragen, diesen Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen. Del. Dr. Alkalai (zur Geschäftsordnung): Mit dem Worte „zur Geschäftsordnung" wird Missbrauch getrieben. Ich meine, dass nur das Präsidium die Geschäftsordnung zu handhaben hat. Nachdem wir grosses Material zu bewältigen haben, so möchte ich nur jene Anträge „zur Geschäftsordnung" zugelassen wissen, die von fünf Mitgliedern unterstützt werden. Präs. Dr. Herzl: Wenn sich jemand zur Geschäftsordnung meldet, kann ich natürlich nicht wissen, ob er auch wirklich, zur Geschäftsordnung sprechen wird. Ich muss ihn also zunächst anhören. Das hängt vom guten Willen der Herren ab, dass sie möglichst wenig überflüssige Anträge stellen. Aber zu jedem Antrage erst Stimmen zu sammeln, wäre unmöglich. 15*

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