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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 224

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 224 (sequence 224)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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_ 224 — zu den Staatsschulen erschwert wird, Anstalten ins Leben rufen und erhalten, in denen jedoch nebst den allgemeinen Unterrichtsgegenständen das Studium der hebräischen Sprache, gründliche Kenntnis der jüdischen Literatur und der Geschichte des jüdischen Volkes als obligate Gegenstände eingeführt werden. Solche Organisationen werden dem Congresse über ihre Thätigkeit zu berichten haben.4' Es steht in Ihrer Hand, meine Herren, die Resolution anzunehmen oder abzulehnen. Jeder wird sein Votum vor seinem eigenen Gewissen verantworten, Del. L. fVlofzktn: Zunächst möchte ich an Herrn Dr. Kahn die Frage stellen, ob der Cultur-Ausschuss diese Frage entschieden hat, oder ob Herr Dr. Kahn auf persönliche Gefahr dies thut. Mit einem Worte, ob er vom Cultur-Ausschusse den Auftrag erhalten hat, diese Resolution vorzulegen. Ich erkläre als Mitglied des Cultur-Ausschusses, von diesem Auftrage nichts zu wissen, dass das Wort „religiös" hinzugesetzt werde. Ich frage zweitens, ob ein Wort, über dessen Bedeutung wir alle keinen Zweifel haben, das Wort „religiös" in eine Resolution aufgenommen werden kann, nachdem stricte erklärt wurde, dass von Religion überhaupt niemals weder für noch gegen auf dem Congresse gesprochen werden kann. Die Aufnahme des Wortes „religiös" in di8 Resolution ist eine Parteinahme für die Religion und. gegen alle diejenigen, die nicht auf religiöser Basis stehen. Vors. Dr. Herzl: Ich glaube. Herr Motzkin, Sie concludieren in dem, was Sie gesagt haben, dahin, dass ein Wort aus der vorgetragenen ReFolution ausgelassen werde. Del. Motzkin: Nicht nur das, sondern ich habe ausdrücklich gesagt, dass der Cultur-Ausschuss einen derartigen Auftrag überhaupt nicht ertheilt habe. Es ist vielleicht nicht die Schuld des Herrn Dr. Kahn, er hat vielleicht geglaubt, dass der Ausschuss sich so geäussert habe. Del. Dr. Kahn : Nein, nein, ich habe aller Welt offen gesagt, dass das mein persönlicher Vorschlag sei. Del. L. Motzkin: Gewiss, persönlich, dann hat er nicht das Recht gehabt, dieses Wort in die Resolution hineinzunehmen. Vors. Dr. Herzl: Ich constatiere also, dass ein formellerBeschluss des Cuitur-Av.sschusses in dieser Beziehung nicht vorliegt. Del. Dr. Kahn: Das habe ich vorhin erklärt. Vors. Dr. Herzl: Herr Dr. Kahn hat also in seinem eigenen Namen diesen Antrag gestellt. Del. L Motzkin: Dann stelle ich den Antrag, dass der Antrag des Herrn Dr. Kahn zunächst ohne das Wort „religiös* angenommen werden solle, und dann fordere ich das Präsidium auf, das ganze Publicum darauf aufmerksam zumachen, dass religiöse Angelegenheiten in unsere Besprechungen nicht hineinzuziehen sind, bis man meinen Vorschlag nicht erfüllt hat, das heisst, bis Herr Dr. Tschienow die Resolution nicht vorgelesen hat, möchte ich bitten, dass man die Verhandlungen nicht weiter fortsetze. Die russischen Delegierten sind ohne Uebersetzung nicht imstande, sich in der Sache zurechtzufinden. Vors. Dr. Herzl: Gewiss, es wird eine weitere Discussion nicht geführt. Ich bitte den Herrn russischen Schriftführer, die Resolution jetzt zu übersetzen. Del. Rosenbaum: Da dieser Antrag im Namen des Herrn Dr. Kahn selbst und nicht in dem der Cultur-Commission gestellt war, erlaube ich mir, das hohe Präsidium daran zu erinnern, dass gestern von Herrn S o k o 1 o f f Anträge vorgelegt wurden. Ich wäre dafür, dass die Anträge des Herrn S o k o 1 o f f zur Abstimmung kommen. Vors. Dr. Herzl: Ich gebe noch Herrn Sokoloff als Referent des Ausschüsse?« das Wort auf fünf Minuten.

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