Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 213)
- Language
- German, English, Hebrew
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213 — Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner ist, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Es sind Ol gegen 4<>. Del. Rosenthal: Nach der Geschäftsordnung ist für Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner die Dreiviertel-Mnjorität notwendig. Viceprüs. Dr. Nordau : Das ist richtig, dieser Beschluss ist daher nicht zustande gekommen. Ich schreite daher zur Abstimmung über den an Tragweite unmittelbar folgenden Antrag, der dahingeht, dass die Sitzung nicht geschlossen, dagegen von den eingeschriebenen Rednern zwei Generalredner gewählt werden. Wer für diesen Antrag Antrag ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Der Antrag ist a ngenommen. Es sind noch eingetragen folgende Herren : Del. Dr. Friedemann (liest): Bruck. Sehen kin, S 1 o u s c h z, Hosen bau m, H i 11 e r, P a d 1 i s c h e w s k i, B r a g i n, Jos. Rose nf e 1 d, L. R o s e n t h a 1, A w i n o w i t z k i. W e i t z m a n n, R a b b in o w i t z, Chai t, Dr. L e w i n. T e m k i n. Vicepräs. Dr. Nordau : Behufs Wahl der zwei Generalredner hebe ich die Sitzung auf fünf Minuten auf. (Die Sitzung wird um 12 Uhr ir> Min. unterbrochen —- nach Wiederaufnahme derselben — um 1*2 Uhr t>0 Min.): Vors. Dr. Nordau : Die Sitzung ist wieder eröffnet. Ich bitte die Plätze einzunehmen. Ich ersuche die eingeschriebenen Herren Redner, mir mitzutheilen, wen sie zum Generalredner gewählt haben. (Nach einer Pause): Wenn die Herren nach vierzehn, gezählten vierzehn Minuten sich nicht auf zwei Generalredner einigen konnten, fürchte ich, dass sie es überhaupt in keiner absehbaren Zeit werden thun können. In diesem Falle tritt die Notwendigkeit ein. die beiden Generalredner durch das Los zu bestimmen. (Rufe: Sitzung schliessen . . . Schluss . . .) Vors. Dr. Nordau: Wenn die Schliessung der Sitzung der Disposition des Präsidiums überlassen wird, so wird das Präsidium wohl eine subjective Bemerkung anbringen dürfen. Es scheint mir äusserst ungerecht, die 1H) oder 100, welche pflichttreu bis lange nach Mitternacht ausgehalten haben, zu bestrafen, weil diejenigen, welche angeblich dieser Frage eine so grosse Bedeutung beimessen, sie dennoch nicht für wichtig genug hielten, um ihr den Nachtschlaf zu opfern. (Lebhafte Zustimmung.) Einer der grossen Zwecke unseres Congresses ist, den Charakter unseres Volkes zu erziehen. Ich betrachte es für eine Sache von grösster erziehlicher Wichtigkeit, dass wir Urnen, die Bedeutung einer Sache zu begreifen und ihr unsere Bequemlichkeit zu opfern. (Beifall.) Wenn die Herren ihre Bequemlichkeit der Culturfrage nicht geopfert haben, so haben sie die Folgen zu leiden und nicht diejenigen, die hier pflichtgetreu ausgeharrt haben. Ich bedauere, dass ich diese Meinung vom Präsidentensitze aus aussprechen muss, ich hätte sie lieber als einfacher Redner von der Tribüne aus entwickelt, aber es hat sich so gefügt, dass ich von dieser Stelle aus habe sprechen müssen, und nun sage ich : Die hier in unermündlicher Pflichttreue anwesenden Delegierten haben mit einer nicht anzufechtenden Mehrheit beschlossen, dass zwei Generalredner bestellt werden. Von diesem Beschlüsse abzuweichen, habe ich kein Recht. Das Einzige, was ich thun kann, ist, dass ich unter Aufrechthaltung der Giltigkeit dieses Beschlusses die Sitzung jetzt schliesse und es Ihnen überlasse, sich auf die beiden Generalredner inzwischen zu einigen.