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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 212

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 212 (sequence 212)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Vors. Dr. Nordau: Ich lese aus der mir vorliegenden Liste die Namen in der Reihenfolge vor, in der ich sie hier eingezeichnet finde. Del Rosenthal: ich habe meinen Namen Herrn Dr. Herzl übergeben, welcher ihn Herrn Dr. Friedemann überreichte. Vors. Dr. Nordau: Mit dieser Beschwerde kann ich leider nichts anfangen. Ich habe kein Mittel, das richtigzustellen, Rabbiner Reines jun.! Do!. Rabbiner Reines jun. (spricht im Jargon)*) Del. Taiiz: Ich steile den Antrag, die Sitzung zu schliessen, da es bereits spät geworden ist und die Sache auf morgen zu vertagen. Vicepräs. Dr. Nordau : Wer für Schluss der Sitzung ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Dieser Antrag ist abgelehnt. Del. Weinmann : Herr Reines hat sich auf die Tribüne geschlichen, weil er denselben Namen führt, wie sein Vater. Vicepräs. Dr. Nordau : Das ist ein unparlamentariseher Ausdruck, den ich zurückzunehmen bitte. Del. Weinmann: Ich nehme ihn zurück; aber er suchte seine Behauptungen mit Spitzfindigkeiten zu begründen. Vicepräs. Dr. Nordau: Herr Reines ist ja schon fertig und Sie fügen einen Epilog hinzu, der die Sitzung noch mehr verlängert. Del. Rapoport (zur Geschäftsordnung): Es ist nicht abgestimmt worden über die Beschränkung der Redner auf fünf Minuten. Ich stelle jetzt diesen Antrag. Vicepräs. Dr. Nordau: Auch das ist eine Zeitvergeudung; denn ich bin unter dem bestimmten Eindrucke gestanden, dass die Beschränkung auf fünf Minuten für die ganze Dauer der Verhandlung geschaffen wurde. Del. Taitz (im Jargon.)**) Del. Dr. Friedemann (zur Geschäftsordnung): Es ist gleich 12 Uhr und wir sind alle ermüdet. Morgen haben wir die wirtschaftliche Frage zu besprechen, welche frische Ivräfte erheischt. Auf der Rednerliste stehen noch 15 Redner und wenn wir morgen alles abmachen sollen, werden wir bis zum Beginn des Banketts, das wahrscheinlich gar nicht stattfinden dürfte, nicht fertig werden und nichts zustande bringen. Ich beantrage also, die Rednerliste zu schliessen, denn wenn die eingetragenen Redner alle fünf Minuten sprechen werden, so werden wir todt sein. (Heiterkeit.) Del. Lewin: Ich beantrage Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner. Del. Dr. Weiizmann: Ich beantrage die Wahl von zwei Generalrednern. Del. Rabbinowitsch: Bei einer so wichtigen Sache, welche das Gewissen berührt, wollen Sie den Rednern das Wort abschneiden? Vicepräs. Dr. Nordau: Der weitestgehende Antrag ist, dass Sitzung und Debatte geschlossen werden. Wer für Schluss der Sitzung und *) Er meint, dass nicht die Cultur die Hauptsache sei, sondern dass das Volk Brot zum Essen bekomme und überhaupt in materieller Hinsicht sichergestellt werde. Dann werde die höhere Moral, die als eine Folge der Cultur in Aussicht gestellt werde, von selber kommen. **) Man soll die Stimme des Volkes hören. Der Zionismus, der Baseler Congress, Dr. Herzl und Dr. Nordau haben dem Volke Hoffnung gegeben. Es ist aber das Schreckbild der Cultur gekommen, das dem ganzen Volke einen Stoss gegeben hat. Dem Volke steht die Moral höher, als allen anderen Völkern, man braucht nicht mehr Moral zu haben, das Volk braucht Brot. Hat es dieses, so ist die Moral gegeben. Das Volk hat alleActien genommen, warumhaben die Reichen nichts gegeben? (Beifall.)

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