Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 211)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 211 — Gewalt besitzen, das Menetekel blitzt an ihren Wänden. Sie sind die Morituri des jüdischen Volkes; mögen sie sich gegenseitig unterstützen, wie die „zwei Meissim/ die — nach" einem sarkastischen jüdischen Sprichwort — einander zum Tanze (Danse macabre) einladen. Sollen sie einst dem Zionismus wie die alt römischen Morituri einen „Ave Cacscr" zurufen, so werden wir sie nicht zurückstossen. Der Zionismus, einst von einer kleinen Schar geahnt, beherrscht heute schon Millionen Herzen, und wir hegen die feste, unerschütterliche Ueberzeugung,. dass eine tiefe, volksthümliche Auffassung seiner Pflichten und eine systematische Bethätigung seines ganzen Programmes ihn zum-Siege führen wird. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Es gilt nur unentwegt fortzuschreiten; ernst, gelassen, fest, voll Zukunftsglauben. (Lebhafter, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Vors. Dr. Nordau: Eigentlich sollte jetzt Herr Dr. K a h n das Wort erhalten : er erklärt aber, dass er auf das Wort verzichten will. Del. Schenkin (zur Geschäftsordnung): Ich schlage vor, dass die Rede des Herrn Sokoloff gedruckt werde. Vors. Dr. Nordau : Die Reden aller Herren werden gedruckt. Del. Schenkin: Ich bitte, Herr Präsident, es sind kaum hundert Delegierte hier im Saale: ich habe sie gezählt. Vors. Dr. Nordau: Meines Wissens besteht in unserer Geschäftsordnung keine Vorschrift für eine Mindestanzahl, die anwesend sein muss. Diese Bemerkung ist also ganz unerheblich. Del. .Josef Rosenield : Ich möchte nur bemerken, dass die Angelegenheit, welche jetzt besprochen'werden soll,. eine sehr wichtige ist und glaube daher, . dass es angezeigt wäre, wenn Herr Dr.. Kahn erst morgen früh sj»rechen würde. . . . . Vors. Dr. Nordau : leb habe kein Gesehäftsordnungsmittel. Herrn Dr, Kahn zu einer Handlung zu zwingen, zu der er sich nicht bereit erklärt. .... Ich unterbreche zunächst die Verhandlung einen Augenblick, um Ihnen zwei Mittheilungen zu machen. . Der Permanenz-Ausschuss versammelt sich morgen vormittags V Uhr :jo Minuten zu dem Zwecke, die Ausschusswahlen vorzubereiten. Zu derselben Zeit, um halb 10 Uhr, sollen sich auch die Herren Ordner hier im Saale versammeln, um sich darüber zu benehmen, dass sie das Eindringen von Nichtdelegierten in .den Saal verhindern. Heute ist es wiederholt vorgekommen, dass die Delegierten in der Masse der Nichtdelegierten förmlich untergiengen. Da nun morgen unter anderem Wahlen vorgenommen werden sollen, wichtigere Beschlüsse gefasst zu werden haben, ist es von Bedeutung, dass hier nur wirkliche Delegierte das Stimmrecht ausüben. Die. deutsche Landsmannschaft versammelt sich ebenfalls um halb K) Uhr. Jetzt treten wir in die Debatte über die eben gehörten Berichte bezüglich der körperlichen, geistigen und wirtschaftlichen Hebung der Juden ein. Der erste Redner ist der Herr Rabbiner Reines. (Derselbe ist im Saale nicht anwesend.) Es kommt HerrTeitz an die Reihe. (Derselbe ist nicht anwesend.) . .. . , Del. Rosenthai: Ich habe mich heute vormittags zum Worte gemeldet. 14*