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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 210

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 210 (sequence 210)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 210 — noch weit: Meine Herren, helft die Nebel zu verscheuchen. Helft nicht gerade mit Ihrem Oelde, als eher mit ihrer Entschiedenheit, mit Ihrem energischen Auftreten und Geltendmachung des civilisatorischen Princips, mit Ihrer klaren und unverhohlenen Stellungnahme für die Intellectuellen in Zion. Wenn Sie uns mit einer Verlegenheitsphrase abfertigen, so wird diese Nachricht auf die Hoffnungen der Jugend wie versengender Keif auf frische Blüten fallen. Gerade dort, wo diese strebsame jüdische Jugend — ich meine auch die Alten, die jung geblieben sind — sollte man ihnen mit erbarmungsloser Trockenheit sagen, sie mochte selbst für sich sorgen? Soll die Schaffenslust und der Dnwvj; nach Erkenntnis gelähmt werden? Glauben Sie doch nicht, dass diese Kämpfer, diese Gründer von hundert Schulen und hundert Bibliotheken eine q u a n t i t e n e g 1 i g e a b l e sind, die sich mit Stumpf und Stiel vertilgen ließe, und dass wirklich in den Händen der paar stocklinsteren, culturfeindlichen und anti-zionistischen Wunderrabbis unsere Sache liegt? (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Diese Herren besitzen bei weitem nicht den Einfluss, den man ihnen zuschreibt, und es muss ein für allemal ausgesprochen werden: sie sind nicht zu gewinnen. Hie Lösung der Judenfrage, jüdische Geistesentwicklung, nationale Würde — was ist diese Hekuba ihrer geistigen Enge und Beschränktheit? Tausend Beweise, dass wir keine rituelle Reformer sind, tausend augenscheinliche Argumente, dass dem Judenthume von unseren Bestrebungen nur Heil entstehen kann —was hilfts? Der Zionismus muss verbrannt werden! Irgend ein blöder Klatsch, irgend ein dummer Scherz über eine neue Bibel, vom Zionismus verlasst, über ein fabelhaft incrirniniertes, nie dagewesenes Opus — welch ein reicher Gesprächsstoff für die müssigen' Herren der Zadik'schen Speichellecker! Lind das Herumschnüffeln in dem Privatleben der Einzelnen! Meine Herren! Unter solchen Umständen den anti-zionistischen Mandarinen nachzulaufen, sie mit Schmeicheleien zu überhäufen, und wenn sie darauf mit verächtlichen Fusstritten antworten, der lieben Ruhe halber sich mäuschenstill zu ducken, das ist eine ungeeignete Handlungsweise, die einer selbstbewussten und unabhängigen Partei, die mit den grossen Problemen des nationalen Lebens ringt, übel anstehen würde. Die Wunderrabbis wollen den Krieg mit dem Zionismus und so mögen sie ihn haben; nur dürfen und sollen sie in der Hitze des Kampfes niemals vergessen, dass der Zionismus keine vorübergehende Verirrung der Geister, kein Spielzeug finanziell-philanthrophischer Laune, sondern die in der modernen Geschichte der Juden bedeutsamste und folgenschwerste Thatsache unseres Zeitalters ist. Sowohl die Ultras des engherzig und einseitig rituellen als die Zeloten des Assimilations-Fanatismus, sie mögen augenblicklich noch so viel

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