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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 198

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 198 (sequence 198)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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braucht man etwas Eigenes, Starkes, Persönliches, von der Tiefe der jüdischen Volkspsyche Erstandenes. Zimperlich, beständig sich duckend, auf den Zehen gehend, erreicht man nicht viel; Wir wollen nicht die Geissei des Spottes über die wohlgemeinte Xaivetät jener Wenigen schwingen. Das Weh des Exils zittert uns von diesen wie von ähnlichen Erscheinungen entgegen. Es sind wühl hier auch Verdienste zu verzeichnen : Einzelleistungen, philantropische und pädagogische Einrichtungen. Aber keine ■fördernde Schöpferthat. Ohne einen erhebenden Zug nationalen Selbstbewusstseins und einträchtigsten Zusammenhaltens kann man eben nicht originell und neugestaltend wirken. Und so kam es, dass der stille, dumpfe, unbezähmbare Parteihass, die Enttäuschung, die Zerfahrenheit, die Auflösung, die Volksverläugnung in allmähligen Abstufungen und langsamen Uebergängen bis zur Fahnenflucht, die geistige Gebrochenheit und Ohnmacht der Gebildeten, ihre banalen Lamentationen über die finsteren Massen einerseits, die Verdummung und Versumpfung der dichten Volksmassen andererseits die Gesammtheit an den Rand des Abgrundes geführt haben. Das ist das Gesammtbild jenes verschwundenen Eden, jener .,Fleischtöpfe Egyptens4*, an denen wir sassen, bevor der Störenfried Zionismus auf der Schaubühne erschien. Meine Herren! Gegenwärtig hat sich die Situation ganz verändert. An die Stelle des Herumirrens tritt die Zusammenarbeit, an die Stelle der Atomisierung die Ordnung und Planmässigkeit einer natürlichen Entwicklung. Es keimt und gährt in tausend Seelen. Die Parteien rücken aneinander, und da entstehen die notwendigerweise unausweichlichen und vielleicht auch nützlichen Reibungen. Nun dreht es sich immer mehr um die eine und höchste Sache : Erhaltung oder Zugrundegehenlassen der jüdischen Nation, um die eine letzte Doppelfragc; Auferstehung oder Untergang? Dank dem Zionismus kämpfen wir jetzt um Grundsätze. Eine Principienfrage hat der Zionismus aus der Reihe und Qualität aller übrigen Fragen herausgehoben, hat sie in den Mittelpunkt des jüdischen Lebens gerückt, an dem alle anderen Parteien, an dem alie Actionen der Gemeinden, an dem alle neuauftauchenden geistigen, socialen und politischen Bewegungen immer ausschliesslicher sich orientieren müssen. Daher dieser mächtige allgemeine Aufschwung, daher dieser erhebende und sittliche Einfluss auf die Gemüther, dieser gesteigerte Lebensmuth und der Ideenkampf, vor welchem die Weiber beiderlei Geschlechts so zaghaft zittern. Springt es denn nicht in die Augen, dass der Zionismus über das Volk eine eigentümliche Gewalt "hat? Er ärgert und verstimmt die einen, indes er : die anderen Zur Bewunderung hinreisst. Jene entfliehen dem Banne seines Einflusses und diese sprechen begeistert von

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