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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 195

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 195 (sequence 195)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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wir als Bienen besuchen, den Honig zu produzieren, das geistige Product, auf welches der Stempel.der Ewigkeit und der Stempel des Judenthums gedrückt werden soll. Das eigenartige Product „Jüdischer Geist", muss von uns erzeugt werden. Man sagt uns, wir sollen dem Volke Schulen geben, damit es dort lerne. Das braucht man unserem Volke nicht zu empfehlen. Es gibt kein Volk in der Welt, welches mit solcher Berechtigung sich rühmen darf, das Buch der Volksliteratur in sich aufzunehmen, es gibtkein Volk in der Welt, welches so zeigen kann, wie wir, wie wenig Analphabeten es in seiner Mitte hat, es gibt kein Volk in der Welt, welches so sehr seinen Stolz darein setzt, seine Kinder zu erziehen, wo der Vater sucht, sein Kind besser zu machen, als er selber ist. (Lebhafter Heifall, und I ländeklatschen.) Wir allein haben das gezeigt, und so haben wir unser Salz der Ewigkeit, welches uns vom Zersetzen und vor Fäulnis gerettet hat. Wir brauchen unserem Volke nicht zu sagen: „Gehet und lernet!" Sie lernen, wenn man sie nur lässt, sie lernen Tag und Nacht, wo sie können und wann sie können. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Aber was wir als Zionisten unserem Volke sagen, ist: Lernet nicht nachzuahmen, lernet von allen Seiten, um es besser zu machen, schaffet Neues in dem alten Geiste. Eine Liebersetzung des Homer ins Hebräische würde Homer bleiben, ein Dante würde Dante bleiben und ein Shakespeare würde Shakespeare bleiben, in welcher Gewandung er auch erscheinen würde. Aber hoffen wir, dass der Zionismus den jüdischen Geist erwecken, die jüdische Begeisterung erglühen machen wird und dass er uns Dichter bringen wird, die in der Sprache Juda Halevis den Geist des Propheten und tiefe Kenntnis der grössten Dichter der Welt athmen werden. Das wird dann jüdische (lultur sein. Wir werden dann der Menschheit nicht bloss zeigen können, was wir einst besessen, sondern auch, dass wir uns vorbereiten, noch etwas mehr zu besitzen und der Menschheit noch etwas mehr zu geben. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Wir wollen nach dem heiligen Lande gehen mit der Absicht, dort ein neues Volk zu werden. Und vielleicht — wir sind doch nur Menschen und können der Vorsehung nicht unser Programm aufdrängen — wenn wir bedenken, dass zu einer Zeit, wo der Hellenismus, der durch die griechische Herrschaft über Asien sich auch unter das jüdische Element mischte, durch diese Mischung für die grosse Masse der Menschheit ein neues Heil verkündet worden ist, ein kleinwenig jüdisch und ein kleinwenig hellenisch, was birgt dann die Zukuntt in sich, wenn das Resultat des ganzen geistigen Lebens der Menschheit wieder von uns aufgenommen, aufgesaugt und verarbeitet wird und zur Zivilisation des Westens die Poesie des Ostens und der tiefe Glaube des Judenthums sich gesellt? Welche grosse Zukunft steht der Menschheit bevor? Welches neue Heil werden wir noch der Menschheit ver- 13*

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