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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 193

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 193 (sequence 193)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 193 — lichkeit umzusetzen. Das ist unserer Jugend beigebracht worden. Was lernen unsere Kinder? Jeder Mensch hat einen Theil an der menschlichen Begeisterung. Das Kind den vollen, den offenen für die Begeisterung, und wenn durch die Poesie die wunderbaren Schätze des menschlichen Geistes eröffnet werden, wenn sein Herz gewonnen wird für die Cultur des Volkes, für seine geistigen Erzeugnisse, für seine Heroen und für seine Geschichte, dann fühlt sich das Kind als heranwachsender Mensch innig verknüpft und verbunden mit allen diesen geistigen und wunderbar poetischen Elementen, die in sein jugendliches Gemüth gesenkt wurden und sich weiter entfaltet haben. Und was haben wir gethan? Wir haben alles vergessen. Unsere Heroen haben nicht mehr existiert, unsere Märtyrer waren vergessen, unserer Vergangenheit hatten wir vollständig den Rücken gekehrt. Nichts war mehr heilig. „Jüdisch" ein Gegenstand des Spottes und „Judenthumu ein Achselzucken. Das war alles. Und was sehen wir jetzt? Wir hier gehören vielleicht einer älteren Schule an, wir hier sind vielleicht mit wenigen Ausnahmen noch in den Traditionen der Vergangenheit einigermassen aufgewachsen. Aber sehen Sie sich unsere Universitäten an, sehen Sie sich die akademische Jugend, sehen Sie sich alle diese heranwachsenden Generationen an, die vor der gewaltigen Versuchung standen, sich ganz aufzugeben, sich ganz zu vergessen, ganz ihren Gott und ihre Nation zu verleugnen. Und sehen Sie, was aus ihnen geworden ist, sogar aus jenen, die auf der ersten Stufe des ersten Abgrundes gestanden haben. Alle sind jedenfalls an dem Niedergange aufgehalten worden, manche sind noch im letzten Momente erwischt worden, viele sind begeistert wieder zurückgekehrt und wir haben der Welt ihre Lüge zurückgeschleudert. Wir haben unsere Ideale nicht verloren, sie waren vergraben und wir graben sie wieder aus. (Lebhafter Beifall.) Wie ein Lichtstrahl ist dieser neue Geist in die dunklen Massen des Ostens gefallen und wir begreifen, wie diejenigen, für die der Fortschritt des Geistes ein langsamer war, sich diesem neuen Lichtstrahl gegenüber erwehren mussten, wie sie innehalten mussten. Er hat manchen geblendet, er kam manchen und kommt noch manchen vor als ein Irrlicht, welches sie langsam wegführt von dem sicheren Pfade von der sicheren Stelle, auf welcher sie sich befinden, um sie in einen Sumpf hineinzuführen und hineinzuleiten. Sie fürchten sich vor dem Resultat ihrer eigenen erhitzten Einbildungskraft, sie sehen unter dem Worte Cultur eine Gefahr für die Religion, eine Gefahr für den Glauben, eine Gefahr für ihr festes Gottvertrauen und sie täuschen sich darin. Es ist eben bloss ein Wort. Das Licht, das dort erscheint, ist das Licht, welches jetzt unserem Volke weiter auf seinem Wandel durch die Welt leuchten wird, es ist die alte Feuersäule, die unserem Volke in der Wüste in alter Zeit vorge- 13

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