Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 181)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 181 — Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Es ist beschlossen, i im nächsten Jahre wieder einen Congress abzuhalten. (Stürmischer, lang j anhaltender Beifall und Händeklatschen.) Wir befinden uns in der j Abstimmung, und ich werde, soweit es möglich ist, in derselben j fortfahren. Es kommt nun der Antrag des Herrn Professors Gott heil und j De Sola, bezüglich einer Aenderung in der Verfassung der Landes- Comites (Federation) und ihres Verhältnisses zu den Vereinen, an die Reihe, welcher den geehrten Herren ja bekannt ist. Del. Schur: Ich bitte, den Antrag noch einmal zur Verlesung bringen zu lassen. Del. Dr. Gottheil liest den Antiag in englischer und deutscher Sprache. Del. Schur: Geehrte Versammlung! Ich bitte, diesen Antrag nur genauer zu betrachten, und zu bedenken, wohin das zielt. Der Antrag will nichts weniger, als dass wir Zionisten alle Schwei) seien. Alles soll durch eine Hand gehen, uud diese eine Hand soll in Allem zu befehlen _und zu schaffen, haben, und wir sollen uns nicht einmal selbständig an das Actions-Comite wenden dürfen. Das wäre das grösste Unrecht, dass Sie uns zufügen könnten. Wir sollen keine Stelle haben, wo wir unsere Klagen anbringen können. Man sollte meinen, der Zionismus strebt an. uns eine volle Freiheit zu geben und hier will man uns zu Sclaven machen. Kann das der Congress billigen? Kann er das gestatten? Nein! Wer könnte einer derartigen Verfügung beistimmen, namentlich bezüglich Amerikas, welches doch so gross und so ausgedehnt ist. Wir haben an den verschiedensten Orten in Amerika zionistische Vereine und wahrlich, wir müssen uns dagegen verwahren, der Centrale von New-York, das einige Tagereisen von uns entfernt ist, untergeordnet zu werden. Wir wollen Zionisten sein und wollen direct nach Wien unsere Sehekel einsenden können. Denn New-York, ich muss es offen sagen, hat nichts geleistet. Wie kann man da verlangen, dass wir über New-York mit Wien verkehren? Wenn Sie diesen Antrag annehmen, so ruinieren Sie nicht nur in Amerika, sondern überall den Zionismus. Das wollte ich sagen. Und die Zionisten werden hoffentlich wissen, was sie zu thun haben. Del. Fl au Dr. Gottheil: Meine Damen und Herren! Ich werde deutsch sprechen, wenn es vielleicht auch nicht ganz correct sein wird, damit Sie mich besser verstehen. Wir haben einen ganzen Nachmittag mit der Debatte über die Organisation zugebracht und ich glaube, dass uns daher der Congress behilflich sein sollte, dass wir in unseren Ländern weiter organisiert bleiben. Diejenigen Vereine, welche der Federation nicht angehören, bringen nur Schwierigkeiten. (Beifall.) Es wird von uns, der Federation, gefordert, dass wir die Schekel nach Wien schicken sollen und wir thun es auch. Sie müssen denjenigen, die in den genannten Ländern die Federation bilden, das Vertrauen schenken, dass diese am besten die Intel essen des Zionismus verstehen. Ich halte es für unmöglich, dass der Congress uns nicht in unserem Bestreben helfe, eine richtige Organisation zu haben. (Beifall.) Del. Tunkle spricht englisch. Del. Dr. Gaster (übersetzt): Der Vorredner erklärt, dass nach seiner Ueberzeugung Amerika und Canada viel zu gross seien und dass man überall die freie Entwicklung der zionistischen Gesellschaften dulden müsse, die in directer Verbindung stehen sollen mit dem Actions- Comite und nicht zu verpflichten sind, ihre ganze Thätigkeit in die Hand der Federation der betreffenden Länder zu legen. Er wünscht Absolute Freiheit. (Lebhafter Beifall.)