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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 126

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 126 (sequence 126)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— l-JI» — « Es ist kaum zu leugnen, dass diese Leiden hauptsächlich den allzu früh eingegangenen Ehen — im Ii, 1">. und 1T>. Lebensjahre — ferner dem Umstände zuzuschreiben sind, dass die Ghettojuden die vom mosaischen besetze und dem Talmud so streng verordneten, so äusserst nützlichen hygienischen Verhaltungsmassregeln zur Garricatur herabgezerrt. unter anderem das rituelle Bad (Mikweli), welches der Gesundheit dienen sollte, in ein Aquarium von Ansteckungsslollen verwandelt haben. „Tauwell, woaueheis »Scherez b'jodau." (Beifall.) Ganz traurige Zustände erlei)en wir ferner während des Ausbruches von Epidemien, wie etwa Diphtherie, C.holera, die nolens voleus unzählige Menschenleben dahinraffen, weil sie ja allesaimnt ansteckend sind und die grenzenlose Noth und Armut der Ghetlojudcn nicht gestatten, entsprechende Schutzmassregeln zu ergreifen. Von einer sogenannten Immunität der .luden gegen gewisse epidemische Krankheiten, wie etwa im Mittelalter gegen die Pest oder jetzt gegen die Gholera, wurde zwar in früherer Zeit viel gefaselt; Jetzt wird es wohl niemandem einfallen, solche unbegründete Behauptungen aufreehtzuhaiten. Endlich muss ich noch als Folge der Ueberanstrengnng, der Uebermüdun«; des jüdischen Gehirns und des ganzen Nervensystems die aullallend hohe Zilier der Nervenkrankheiten und Geislesstörungen anführen, die bedeutend die der nicht jüdischen Bevölkerung übertritt!. Allerdings diejenigen Nervenleiden ausgenommen, welche durch eine unzüchtige Lebensweise hervorgerufen weiden, wie etwa Rückenmarksdarre oder progressive Paralyse, welche unter den Ghettojuden viel seltener anzutreffen sind. Nach all dem von mir Gesagten können Zweiller mit überlegenen Lächeln fragen: ,.Aber ja, wenn dem so ist, warum und wieso erhält sich denn dieses Volk als Volk? Seit hunderlen von Jahren ist's auf dem Aussterbe-Elat und dennoch geht's nicht zugrunde: also muss es nicht so schlimm um die Ghetto-Juden bestellt sein." Allerdings ist's nicht so schlimm bestellt, und zwar aus dem Grunde, weil dieses Volk in seinen Sitten, religiösen Gebräuchen und seiner ethischen Beanlagung eine Selbststeuerung, eine Art Regulator, ein llemmungs-Centrum besitzt, das sie nicht ganz untergelien lässt (Lebhafter Beifall und Händeklatschen), das aber nicht ewig herhalten kann, weil es kein Perpetuum mobile gibt. Vor allen Dingen sind es die häuslichen Tugenden des Ghetto- Juden, die ihn bis zu den letzten Jahren ausgezeichnet und veranlasst haben, aufs zärtlichste tür Frau und Kind zu sorgen. Schon der schwangeren Frau trägt man alle Sorgfalt entgegen, die unter den gegebenen elenden Verhältnissen überhaupt möglich ist; man enthebt sie gewöhnlich einer jeden schweren Arbeit vor der Niederkunlt; es gibt in vielen Städten und Städtchen Frauen-

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