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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 122

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 122 (sequence 122)
Language
German, English, Hebrew
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zu viele Handwerker und Taglöhner gibt, dass das Augebot b<-r weitem die Nachfrage i'tlH'istoij^t. so dass ihr Wirkungskreis von Tag zu Tag eingeschränkter wird und der Handwerker allmählich zum Lumpenproletarier, rcspeclive zum Dettler herabgedrückt wird. In Fabriken, wo physisch»» Krall und Ausdauer erforderlich, werden die Juden nicht verwende!, weil ihnen die erforderliche Muskelkral't fehl!.; ausserdem komm! noch die Sahhath-Feier hinzu, die» störend dazwischentritt, und endlich werden die .luden von Nichtjuden prineipiell nicht engagiert. Ks ist nicht mein»» Aufgabe, eine detaillierte. Auseinandersetzung der sneial-ökonomisrhen Lage der (iheltojuden zu «ruhen; ich kann bloss sauren, dass im grossen und «ranzen die Juden des («'Indio — ein Volk von Hungerleidern sind. (Zustimmung und I iewegung.) Um dieses Menscheinnalerial nun, um die körperliche Hebung diese]* Unglücklichen, soll es sieh handeln. Der Lintluss, den die Lehensweise der (ihettojuden — eine Lebensweise, die von Geschlecht zu Geschlecht, durch .lahrhunderle, sich fast unverändert fortpflanzt. — auf ihre leihliche Ueschaffenheil liat, i-t nach dem ehen Geschilderten leicht zu begreifen. Die körperliche Misere beginnt bereits im tünl'ten his sechsten Lehensjahre, wo dieJungens dem „Glieder" überantwortet werden, in welchem der Lehrer (Melamed) unumschränkte Macht über sie fiht. Der enge, stinkende Daum, der Mangel jeglicher Ventilation, die abscheuliche Beleuchtung, die Abwesenheit hygienisrher Schulbänke und infolge dessen die gebückte Körperhaltung, die schiefe koplstellung heim Lesen und Sciireiben; andererseits die enorme Stundenzahl dos rnleiTiehl.es. die die achtstündige Normal- Arbeitszeit bei weitem übertrifft — gewöhnlich von (.» Ihr morgens bis 0 Uhr ahends, mit einer kaum einst findigen Decreations-1'ause : alles das wäre schon genügend, um den zarten Körper dieser kleinen Weltbürger zu ruinieren. Dazu kommt aber der Unterrichlsstoll selbst, der in Händen von vor Hunger verkommenden, vor Unwissenheit strotzenden Lehrern ruht; die Planlosigkeit des Unterriehls, das Düffeln der Dibel im hebräischen Urtext ohne dessen grammatikalischen, ethymologischen oder syntaktischen Sinn, den der Lehrer, mit seltenen Ausnahmen, selber nicht kennt; Momente genug, um das junge Gehirn zu überbürden. Rechnet man noch dazu die sinnlose, manchmal grausame Art. und Weise, mit welcher der Lehrer wegen Ungehorsam oder nicht rascher Auffassung des Vorgetragenen seine Schüler züchtigt, so lassen sich daraus leicht die traurigen Consoquenzeu ziehen. Ist das 10., 11. Lehensjahr erreicht, so beginnen die Gehirntorturen erst recht, durch die Einweihung in den Talmud, dieses Diesenwerk, in welchem zwar Schätze ethischer Gultur und prakti-

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