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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 52

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 52 (sequence 52)
Language
German, English, Hebrew
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Schliesslich ein paar Worte über die Religion, die Lebensart und Cultur der Bergjuden. Die Religion der Bergjuden ist eine echt jüdische, aber mit einem bedeutenden Zusätze von den einheimischen Völkern entnommenen Glaubenssätzen bezüglich des Vorhandenseins von guten und schlechten Geistein, der Seelenwanderung u. s. w. Dies ist übrigens ein Aberglaube, den es bei beinahe allen Völkern mit niedriger cultureller Entwicklung gibt. Sie sind Talmudisten und erfüllen alle Gebote, welche die Bibel und der Talmud vorschreiben. Die Sprache der Bergjuden ist, wie vorher gesagt, eine Taser, ein persischer Dialect. Ihre hauptsachlichste Beschäftigung sind Ackerbau, Gartenbau, Weinbau, Viehzucht, Schafzucht, Gerberei, Riemerei, allerlei Handwerke und auch der Handel mit Thieren. Der helle Strahl der Sonne des jetzigen jüdischen Lebenszionismus hat im Geiste dieser kriegerischen Juden gelächelt, und diese Bergjuden ringen für ihre Freiheit und jetzt treten sie als Wächter Zions auf. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. Vicepräs. Dr. Nordau : Von Seite eines englischen Delegierten wurde der Vorschlag gemacht, dass die Reden und Berichte in nicht englischer Sprache ins Englische übersetzt, gedruckt und an die Delegierten vor Beginn der nächsten Sitzung vertheilt werden. Ich glaube, dass dieser Vorschlag, der annehmbar ist. am besten dem Präsidium überlassen werden möge, welches darnach seine Massnahmen treffen wird. (Zustimmung.) Herbst (Bulgarien): Verehrte Congressmitglieder! Das Bild des Landes, das hier Dr. Marmor ek so treffend entworfen hat. war nicht nur das Bild des Elends der Juden Rumäniens, sondern auch das Bild des Elends der Juden aller Balkanstaaten unü damit auch der Juden Bulgariens. Ich will mich nicht in Einzelheiten einlassen, und zwar schon darum nicht, weil wir bulgarische Zionisten viel zu stolz sind, um zu klagen; denn wir setzen voraus, dass es uns, solange der Golus besteht, nirgends besser gehen wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir wollen nicht klagen, wir wollen nur mit Ruhe den Augenblick abwarten, wo uns einmal die Möglichkeit geboten werde, der Welt den Beweis zu erbringen, dass auch wir Juden wie Männer auftreten können, und der Augenblick wird viel früher kommen, wenn man uns zur Verzweiflung treibt. (Lebhafter Beifall.) Man glaubt wohl, dass Bulgarien, der jüngste Staat Europas ein Verfassungsstaat — die inteliectuellen Kräfte der wenigen dort lebenden Juden — 26.000 an Zahl — zur Mitarbeit an seiner socialen und wirtschaftlichen Ausgestaltung ausnützen werde. Nun ergibt sich das gerade Gegentheil. Ich will hier eine traurige Bedrohung erwähnen, dies aber, ich betone es„ nicht um zu klagen, sondern nur als Charakteristikon, das auf die Lage der Juden in aller Welt zutrifft und als Beweis dienen möge, dass überall, wo Juden hinkommen mögen, der Antisemitismus und die Judenverfolgung von selbst kommt, weil wir ein altes Cuiturvolk, ein Ferment sind, das alle anderen jüngeren Völker naturgemäss in Gähriing bringt. Nun hört: In der Sobranje wurde folgender netter Vorschlag eingebracht, nicht etwa von Deputierten, die nicht an westeuropäische Cultur geleckt haben, nein, gerade von solchen, die sich aus westeuropäischen Universitäten der Erkenntnis Helle geholt, von 40 sogenannten Akademikern! Dieser Vorschlag lautet (liest): „1. Die Sobranje möge im Gesetzeswege beschliessen, dass Juden das Niederlassen*/in Bulgarien verboten werde; 2. dass den Juden der Ankauf von finmobilien in Bulgarien verboten werde; dass den Juden der Handel ausserhalb der Städteweichen verboten

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