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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 53

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 53 (sequence 53)
Language
German, English, Hebrew
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werde: 4. dass den Juden die Beschäftigung als Haudelscommissionäre und Agenten verboten werde; 5. dass im Strafgesetze ein specieller Paragraph vorgesehen werde, der die Todesstrafe jenen Thätern und Mitthätern androhe, welche auch nur verdächtigt werden, sich zur Entführung von Christenkindern versucht zu haben; <>. dass alle in Bulgarien wohnhaften Juden beider Geschlechter, welche das Alter von 121 Jahren erreicht haben, mit specieller Judensteuer für das Verweilungsrecht im Lande belegt werden (wie in Rumänien); 7. dass sämmtliche bulgarische Creditanstalten den Juden keinerlei Credit gewähren." Dies ist noch nicht alles. Das schauerliche Bild rnuss noch •finsterer werden. In letzter Zeit hat unsere löbliche Regierung ein Unmass von Toleranz gezeigt, eine Duldung, die man in den civilisierten Staaten Europas zwar noch nicht kennt, denn sonst hätte man dort doch sich nicht von Bulgarien übertreffen lassen. Bekanntermassen glauben die Bulgaren, wie alle anderen Balkanvölker, ihre nationale Frage noch nicht endgiltig entschieden; es ist nicht unsere Sache, uns damit zu befassen, und habe ich diese Tribüne auch nicht darum betreten, um zw erörtern, ob Macedonien den Bulgaren, den Rumänen oder sonst wem von rechtswegen zufallen müsste. Aber die einen und die anderen haben dahinzielende nationale Ideale und Freiheitsbestrebungen. Wir Zionisten wissen jede Freiheitsbestrebung zu billigen, wir achten sie hoch und schätzen sie. Es muss uns aber verbittern, wenn wir sehen, dass in Bulgarien Organisationen geduldet werden, die den Zweck haben, Macedonien für die Bulgaren mit jüdischen Opfern zu erobern. Wir haben ja auch Ideale, und so sehr wir das nationale Gefühl anderer hoch zu schätzen wissen, glauben wir, dass es denn doch nicht .gut angeht, und der Würde einer nationalen macedonischen Bewegung zuwiderläuft, von uns Opfer zu verlangen, um mit denselben die Ideale der Macedonier leichter verwirklichen zu können. Uebrigens, täuschen Sie sich nicht meine Verehrten. Wir sind gar nicht dazu im Petitionswege angegangen worden, auch sind es nicht Y'ereine, die uns darum gebeten haben: soweit würde man sich nicht herabwürdigen, uns Juden zum Mitthun an einer revolutionären Bewegung aufzufordern. Bewahre! Man hat uns ganz einfach in das Geschäft, auc^ des kleinsten Manne*, fünf und zehn Mörder hineingesehickt und unter Androhung des Todes von jedem Juden zu 3—5000 Francs verlangt. Man hat von der Gemeinde Kustschuck 30.000 Francs verlangt und ebenso von vielen Gemeinden, die nicht imstande sind, ihre par ßatlamim zu erhalten, Tausende von Francs, und dies alles unter dem Schutze unserer Regierung. Natürlich verstehe ich den Schutz nicht für uns, sondern für die Mörder. Dies ist in kurzem die Lage der Juden Bulgariens. Dass wir Zionisten sie eher verbessert, als wie unsere Plutokraten behaupten wollen, verschlechtert haben, das können wir von hier hoch betheuern. Wir hätten dies nicht gethan, was unsere Plutokraten gethan haben. Wir wären nicht hingegangen, uns auszugleichen und meckernd zu bitten. Wenn wir gewusst hätten, dass unsere Plutokraten bereit sind. Geld herzugeben, so hätten wir sie gewarnt und ihnen gesagt: Ihr verfügt über Eure Tasche, aber nicht auch über unseren jüdischen Nationalstolz, den Ihr verletzt, wenn Ihr feige auf eine Drohung hin Euer Geld gibt. Wir, die wir ein grösseres Recht auf Euch haben, haben zu diesem Mittel nicht gegriffen, obwohl wir schon wissen, dass Ihr Euch nicht mit unserem Makkabäermuthe auszeichnet. Verehrter Congress! Ich will nicht länger die Geduld dos Hauses für mich beanspruchen, wili aber damit schliessen, dass ich von dieser

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