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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 50

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 50 (sequence 50)
Language
German, English, Hebrew
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— :,o — für sie nicht zu spät werde, denn das Martyrium unserer rumänischen Brüder hat dem Volke die Augen geöffnet in wessen Händen heule sein Schicksal ruht und wer, dank seiner Schwäche, es nach aussen vertritt und im Innern verwaltet, (Stürmischer, langanhaltender Inifall und Händeklatschen.) Vors. Dr. Nordau : Herr Dr. Sehl a posc h n i k o ff hat das Wort zur Berichterstattung über die Lage der Juden im Kaukasus. Dr. Schlaposchnikoff (mit lebhaftem Beifall«? und Händeklatschen begrüssn: Hochgeehrte Versammlung! Ich werde deutsch sprechen, weil, wie mein hochgeehrter Freund Prof. G o 11 Ii e i l am vorigen Congresse sagte, Sie mein schlechtes Deutsch hesser verstellen werden, als mein gutes Russisch. Hochgeschätzte Brüder und Schwestern.! (Kufe: Russisch! — Gegenrufe :' Deutseh!) Die Russen werden gewiss mein Deutsch verstehen und die Deutschen hoffentlich auch. (Heiterkeit.) Ich-werde also deutsch sprechen, und ich hiite um Verzeihung, wenn das nicht in vollkommener W eise geschehen wird. Meine guten Schwestern und Brüder! Ich habe die Ehre, ein Vertreter und Delegierter eines sehr interessanten und charakteristischen Theiles der jüdiselien Nation zu sein, nämlich der kaukasischen Bergjuden, der sogenannten tscherkessischeu Juden. Sie wohnen vorzugsweise in dem nordischen Tiieile des Binnenkaukasus (in den Dagestaner, Tersker und iheilweise in den Kubaner Gebieten, den Bakiner und Elisabcthpolsker Gouvernements) zwischen den Bergen, wo sie an vielen Orten ganz abgesonderte Aulen oder Tsehulen (Dürfen bilden. Der Typus der Bergjuden ist ein gemischter. In der Reihe mit dem reinen hauptsemitischen Typus gibt es zwischen ihnen Typen, welche mit den Typen der sie umgebenden anderen einheimischen Stämme (Zerginer, Ossetiner, Tschetschener Tartaren) ähnlich sind. Das kann damit erklärt werden, dass die Bergjuden, welche sich seit mehreren hundert' Jahren im Kaukasus aufhalten, oft Frauen aus der Mitte der sie umgebenden anderen Rassen heiraten, und häutig Leute dieser Völkerschaften zum Judenthum bekehrten. Es ist anzunehmen, dass die Bergjuden ehemals die Chazaren zum Judenthum bekehrten. In früheren Zeiten waren die Bergjuden im Kaukasus ein bedeutender Theil der Bevülkei ung und haben in vielen Theiien (Gebieten), besonders im östlichen Gebiete des Kaukasus, ihre Ortschaften gehabt, von welchen aber heute häutig nur mehr der Name des Ortes daran erinnert, dass'sie einst den Juden gehörten. Gegenwärtig ist die Zahl der Bergjuden nicht mehr als 27.000 Seelen pooo Familien), welche theils in den Aulen (Dörfern), theiis in den Stallten (Grossnaderbent, Cuba, Retrow u. a.) wohnen. Nach ,de,n unter den Bergjuden circulierenden Traditionen und den sich in den verschiedenen Sammelbüchern zur Erforschung des Kaukasus befindenden geschichtlichen Urkunden gieng die Ansiedlung der Bergj-uden in den frühesten Rerioden unserer Geschichte vor sich. (Unruhe.)". Vors. Dr. Nordau: Ich bitte um Stille für den Redner, der sehr interessante Dinge mit/anheilen iiat. Dr. Schlaposchnikoff (fortfahrend): Selbst die Bergjuden erzählen, dass sie beinahe noch in den ersten .Jahrhunderten der neuen Aera. infolge der Bedrückungen von Seilen der fanatischen Anhänger der Religion Zoroastras enttliehen mussten. Nach Persien hingegen sind sie noch iu der biblischen Zeit gekommen, wohin sie nach Bezwingung

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