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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 47

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 47 (sequence 47)
Language
German, English, Hebrew
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auf der anderen Seile aber mit heuchlerischem Augenverdrehcn, in ekelerregender-Falschheit den Juden widerrathen wird, /.u schreien, •wenn man sie schlägt, und wegzulaufen, wenn sie verhungern. Das antisemitische und ofüciöse Organ, die „Epoca", schreibt: „Wenn man bedenkt, dass selbst der Talmud die Auswanderung verbietet und dass die Propaganda für dieselbe den Juden des Landes nur zum Schaden goreicht,.so ist es unbegreiflich, wie sich so viele Juden der Auswanderungs-Bewegung anschliessen konnten. Könnten denn die Juden nicht in Harmonie mit den Kumänen leben, da sie doch ihre Sprache erlernt, ihren Sitten sich assimiliert haben und allgemein als gute Patrioten bekannt sind." (Pfui- Rufe.) Die Juden wissen, was sie von den lieblichen Sehalmeientönen zu halten haben. Sie sehen und suchen ihr Heil in der Flucht. Selbst wohlhabende Leute verlassen das Land, der beste Beweis, wie tief die Furcht vor den Verfolgungen, wie unerträglich die bürgerlichen Beschränkungen geworden. Ist es nicht ein bedeutsames Symptom, welches die Lage am besten beleuchtet, wenn in Piatra <>00 Familieuhäupter zur Auswanderung sich entschlossen, wovon jeder einzelne über wenigstens 1000 Francs verfügen muss, dass in Dorohoi ein Auswanderer ein Vermögen von 12.000, ein anderer von G0O0, ein dritter von 0000 Francs besass? Und wie verlassen sie das Land? Als die Fussgänger aus Berlad zum Wanderstabe grillen, orliessen sie folgendes Manifest, welches Ihnen am besten schildert, was in den Herzen dieser unserer armen Brüder vorgeht, wenn sie zur Auswanderung sich entschliessen. Es lautet: „Heute, Mittwoch «den 19. April, 2 Uhr nachmittags, verlassen wir unterzeichneten GO Fussgänger die Stadt Berlad und somit das rumänische Land für immer. Wir richten unsere Schritte nach einem vollkommen unbekannten Lande und geben uns der HoHhung hin, dass es uns vergönnt sein wird, irgendwo in der weiten Welt ein Fleckchen zu linden, wo wir durch Arbeit unser tägliches Brot verdienen werden. Wir können es auf Ehre und Gewissen beschwören, dass wir •dieses Land mit schwerem Herzen verlassen. Dieses Land, wo wir geboren und erzogen wurden, wo wir in Schulen und Kasernen Schreiben und Lesen gelernt, lieben wir, achten dessen Geselze und Ideale. Wir waren und sind Juden geblieben, haben aber trotzdem stets Liebe für unser Land empfunden, uns immer seinen Gesetzen unterworfen und immer Ergebenheit für den .Thron gezeigt. Mehr als zwanzig unter uns haben drei Jahre beim Militär gedient, wo wir gelernt, vor den Fahnen der Tricolore zu erzittern; wir haben in den Kasernen das Andenken jener achten gelernt, welche die Unabhängigkeit Rumäniens geschaffen, und haben in den Schulen auch jene Fürsten verehren gelernt, die das rumä-

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