Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 45)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 15 — Die Fassung, welche eine bedeutende Einschränkung der Bestimmungen des Berliner Vertrages darstellt, war, wie die Zukunft gelehrt hat, nur dazu bestimmt, Europa zu täuschen. Die von den Berliner S i g n a t a r m ä c h t e n als Bedingung t' ü r die Un a 1) h ä n g i g k e i t R u m ä niens verlangte G o 11 e c t i v - N a t u r a Ii s a t i o n der Jude n w u r d e abgelehnt, die v o n d e m r u in ä n i s c h e n Minister d es Aeussern ci e n G a b i n o 11 e n v e rs p rochenc s u C c e s s i v e N a t u r a 1 i s a t i o n w u r d e nicht gehalten, die von der r u m ä n i s c h cn G o ns t i t u t i o n gewährleistete i n d i v i d u e 11 e N a t u r a- 1 i s a t i o n wirdfast ni j g e w ä h r t. Die heutige Lage der Jaden in Rumänien ist die Bilanz der Intervention Europas zu ihren Gunsten. Das kleine Rumänien trotzt dem Willen der Grossmächte, und nach wie vor wird die Fiction im Jn- und Auslande aufrecht erhalten, dass die Juden Fremde seien, denen man nichts schuldet, die man aber nach Möglichkeit zugunsten des rumänischen Staates ausbeutet. Wäre die Judengesetzgebung und deren Anwendung in Rumänien nicht eine so unglaubliche Mischung von Heuchelei, Roheit und Mangel jeglichen moralischen oder logischen Denkens, so müsste man wahrhaft verzweifelt sich fragen, wieso es komme, dass oO.UOÜ Soldaten in Rumänien jener Rasse angehören, mit der man jedes Band der Zusammengehörigkeit zerschnitt, und dass Juden, denen man jegliches Gefühl für den heimatlichen Boden abspricht, berufen sind, wie alle anderen Kinder des Landes, dieses zu vertheidigen und zu schützen. Die Juden müssen ausser der Blutsfeuer selbstverständlich alle anderen Steuern leisten, dagegen dürfen sie als Fremde keinen ländlichen Grundbesitz erwerben oder besitzen, als Fremde dürfen sie keinen Handel mit alkoholischen Getränken auf dem Lande treiben; sie haben nicht das Recht, sich frei und unabhängig auf jedem Funkte des Landes niederzulassen. Alan überlässt ihnen in den Schulen nur Flätze, wenn solche nach Zulassung aller Rumänen noch frei sind;, mau verweigert ihnen als Fremden die Unentgeltlichkeit des Volksunterrichtes. Doch dürfen jüdische Schüler nicht ausgezeichnet werden, auch wenn sie bessere Leistungen aufweisen, als die übrigen Schüler. In den öffentlichen Spitälern dürfen jüdische Kranke nur dann aufgenommen werden, wenn sie für das medicinische Studium von Interesse sind. Juden dürfen weder Advocaten, noch Richter sein, sie erhalten kein Apotheker-Gewerbe, und wenn ein Apotheker jüdische Lehrlinge hält, so rnuss er mindestens die gleiche Anzahl christlicher halten. In den Staatsspitälern dürfen Juden keine Stellung als Aerzte linden. Alan zwingt" die Fabriksherren, selbst wenn sie Juden sind, nur ein Viertel ihres Personales aus Juden