Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— :ir> — Misch hei raten für unsere Gemeinde. Eine genaue Zahl angäbe lasst sich natürlich nicht ermitteln, aber wenn man von Tag zu Tag -sich die Heiratsannoncen in den öffentlichen Blätternansieht, so nuiss man sich überzeugen, dass dieser Abzug stattlindet. Was die Zukunft der Anglo-Jewry sein wird, unterstehe ich mich nicht, zu verkünden. Ich bin ein bescheidener Bekenner jener Propheten, die nichts voraus verkünden, wenn sie es nicht wissen. Aber ich bin keineswegs pessimistisch über unsere Zukunft. Mine gebildete, geläuterte und mit hohen Idealen begabte Ciasso von Juden wächst nach und nach heran, denen wir die Zukunft des Judenthums in England ruhig anvertrauen können. Männer wie Zangwill, Luden Wolf, Joseph Jacobs, Israel Abrahams, Claude Montefiore und Schechter—Laien, die sich der Literatur, der Geschichte und der Psychologie der Juden gewidmet, habendem jüdischen Wiederautlebungsgefühl keinen geringen Aufschwung gegeben, welcher Aufschwung zwar langsam aber sicher in unserer Mitte vor sich geht. Aber ihre Arbeit hat nur eine kleine Minderzahl berührt, die Massen aus ihrem Schlummer aufzuwecken, scheint dem Zionismus vorbehalten zu sein und er hat bereits viel in dieser Richtung hin gethan. Er hat den Massen, deren Leben unter elenden und niedrigen Umgebungen gefristet wird, Umgebungen, welche dauerndes geistiges Verkommen als fast nothwendige Conscquenz nach sich ziehen würden, ein bildendes und verfeinerndes Ideal gegeben. Die Arbeit, die besonders vor uns liegt, scheint mir darin zu bestehen, die Jugend auf unseren Hochschulen, die Jugend mit guter Erziehung und Bildung allenthalben und in allen Lebenslagen für den Zionismus zu gewinnen. Wir müssen ihnen die dem Zionismus innewohnende Kraft zeigen, die Kraft, d e sie auf die communalen Arbeiten auszuüben imstande, die ihrer in der Zukunft erwarten, wir müssen sie gewinnen, selbst wenn die Reichen einstweilen fern stehen; denn die Zukunft der Anglo- Jewry gehört nicht dem Mammon. Dass Anglo-Jewry zum Zionismus gewonnen werden kann, darüber habe ich keinen Zweifel. Es ist möglich, leicht ist es freilich nicht. Fortwährende harte Arbeit ist nöthig, unaufhörliche Wachsamkeit. Aber die Zionisten Englands werden diesen Mangel ersetzen. Unter fortwährend vervohkommendcn Organisationen, deren erste Aufgabe darin besteht, seine eigenen personellen Gefühle, seine rechtmässige Ehrbegierdo und seine Wünsche dem Wohle der Sache unterzuordnen, werden sie nach und nach sich zur Betrachtung emporschwingen, welch grossartiges Ziel wir verfolgen. Es besteht darin, die Juden wieder aufzulichten, auf dass sie eine der würdigsten Nationen auf dem Erdenrunde werden, eine Nation, die bereits eine Geschichte hinter sich hat, die aber einer glänzenderen Zukunft entgegensieht. Zu diesem 3*