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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 19

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German, English, Hebrew
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— 10 — Sammlungen ist ein solcher Betrag nicht annähernd zu beschaffen. Die ständigen Wohlthäligkeits-Einrichtungen der jüdischen Gemeinden haben keine Ueberschüsse und genügen in der Regel kaum den täglichen Anforderungen, die an sie herantreten. Die „Allianee Israelite Universelle44 hat keine Millionen zu yertheileti. Die „Jewish Colonization Association", die „Icau, wie man sie kurz nennt, hat diese dn-issig Millionen, wohl auch noch acht- oder neunmal mehr, aber sie ist der Meinung, dass sie kein Recht hat, ihr Vermögen anzugreifen, sondern dass sie nur einen Theil ihrer jährlichen Zinsen vertheilen darf, und grundsätzlich kann ich dem nur beipilichten, obschon es allerdings Katastrophen gibt, die alle Grundsätze wegfegen. Also was weiter? Ich sehe es kommen. Man wird zuerst Franken, dann Centimes vertheilen, so lange es reicht, dann wird man eines Tages achselzuckend erklären: „Wir haben nichts mehr, wir können nichts mehr für Euch thun, seht, wo ihr bleibt.** Mein Freund, der Vorsitzende Dr. II e r z 1 (lebhafter Beifall und Händeklatschen), hat es soeben gesagt, und ich kann es nur wiederholen, wie denn in den Beneiden über die Lage des jüdischen Volkes Wiederholungen unvermeidlich sein werden: Wir treiben mit Niagara-Schnelligkeit einem Bankerott des amtlichen Judenthums entgegen, der so schrecklich sein wird, dass ich vor dem Bilde entsetzt die Augen verschliesse, um es nicht einen Augenblick früher zu sehen, als ich unbedingt muss. Dass die jüdischen Geineindegrössen uns nicht etwa mit der elenden Ausrede kommen: .Die rumänische Katastrophe lindet uns unvorbereitet, weil wir sie nicht vorhersehen konnten.** Wir müssten ihnen sonst brutal antworten, wie es Dr. Herzl vorher gethan hat: Das ist nicht wahr! Seit drei Jahren warnen wir euch unausgesetzt, seit drei Jahren tödten wir uns mit Anstrengungen, euch die Lage des jüdischen Volkes begreiflich zu machen, euch die Gefahren zu zeigen, die es bedrohen, euch das einzige Mittel zu predigen, das eine wirksame Abwehr dieser Gefahr möglich macht. Ihr aber habt uns nicht gehört oder nicht hören wollen. (Lebhafter Beifall.) Welchen Namen verdient ihr, wenn ihr, in dcrenliände das jüdische Volk vertrauensvoll die Wahrungseiner Interessen, ja die Vertheidigung seines Lebens gelegt hat, wenn ihr die Reden und Schriften der Zionisten eurer hohen Aufmerksamkeit nicht gewürdigt habt? Und welchen Namen verdient ihr, wenn ihr sie kennt und trotzdem unsere Warnungen verlacht und in den Wind geschlagen habt? Eure blinde, fanatische Feindschaft gegen den Zionismus hat die gegenwärtige Lage vei schuldet, (Allseitige Zustimmung.) Weshalb sind wir denn Zionisten geworden? Etwa aus mystischem Verlangen nach Zion? Davon wissen die meisten von uns sich frei. (Lebhafter Beifall.) Wir sind Zionisten geworden, weil die Noth des jüdischen Volkes uns ans Herz greift, weil wir o*

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