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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 18

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German, English, Hebrew
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— 18 — vielen Fällen eine Art der Wohlthätigkeit darstellen, die die Spender eher sich selbst erweisen, als eine Wohl.hätigkeit, die sie den rumänischen Juden erweisen. Ich habe kein Hecht, Herz und Nieren zu prüfen, und muss mich an die sichtbaren Thalsachen halten. Die sichtbare Thatsache aber ist, dass die Noth augenblickliche Linderung erfordert, und dass ein Almosen in der Thal für den Augenblick die schlimmste Noth einigermassen lindert. Damit ist aber auch die Wirkung eines blossen Almosens völlig erschöpft, Ueber den Augenblick hilft es mit Ach und Krach hinweg, au die nächste Stunde scheint niemand zu denken. Man schickt die rumänischen Auswanderer nach Amerika. Auf diese Weise ist man sie los geworden. Mau sieht sie nicht, mehr vor sich. Man ist durch die ganze Breite des Weltmeers von ihren Hilferufen gelrennt. Aber was soll in Amerika aus ihnen werden? Wird man sie da untergehen lassen? Solen sie da einzeln umkommen? Ist ein Mann, der in Amerika verhungert, etwa weniger todt, als ein Mann, der in Humänien oder zwischen der rumänischen Grenze und Rotterdam Hungers stirbt? Wird man ihnen auch in Amerika weiter Almosen reichen? Dann würde man die schwachen Charaktere sofort in Berufsbet ller verwandeln und auch die tüchtigeren würden bald der Versuchung unterliegen, sieh als , palentirte Arme dauernd erhalten zu lassen. Oder besieht die Absicht, in Amerika den Ankömmlingen geeignete Orte zur Ansiedelung nachzuweisen, sie in feste Hernie hinüberzulühren, sie zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu fördern? Das würde eine mächtige Organisation erfordern, und ich sehe noch nicht die leisesten Anfänge einer derartigen Organisation. . Blosse planlose Gelegenheits-Wohllhätigkeit ist lächerlich ungenügend, oder richtiger, ist erschreckend ungenügend für die Anforderungen, welche die Lage gegenwärtig an das jüdische Volk stellt. Und selbst diese kopflose, automatische Almosenverlheiiung wird ja eines Tages plötzlich aufhören. Hat man denn berechnet, welche Summe sie erfordert? In Amerika darf kein rumänischer Jude landen, der nicht den Besitz von HÖ Franken nachweist. Mit dem Fahrpreise und den Kosten des Lebensunterhaltes bis ^zuin Einschiffungshafen erfordert das für jeden einzelnen mindesten i>00 Franken. Wenn nur 100.000 von den i170.00J rumänischen Juden diese Wohllhüligkeit in Anspruch nehmen, so kommen wir schon zu einem Mindestbelrage von;H) Millionen Frauken, wozu noch die Verwaltungskosten und andere unfruchtbare, doch un\ermeidiiche Auslagen hinzukommen. Und was erreicht man mit diesen dreissig Millionen, die das Mindestmass des Erfordernisses darstellen? Damit ist einfach erreicht, dass die rumänischen Juden drei Monate später in Amerika verhungern, statt drei Monate früher in Europa. Und wo sollen selbst diese dreissig Millionen herkommen? Durch Aufrufe und

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