Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German, English, Hebrew
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— l.-i — selbst unter ihren Glaubensgenossen — und das ist der herzbrechendste Zugin diesem Hilde — linden sich nieht nur eisige Pfahlbürger, die nach der tragischen Schar der Wandernden nicht den Kopf umwenden, sondern auch, und ach! in al zu grosser Zahl, Verbreeheinatural, die die Wegemüden von ihrer Schwelle scheuchen und, bildlich oder buchstäblich, Plufhundo auf sie heizen. Und nun der letzte und wichtigste Unterschied. Die Salzburgisehen Protestanten wussten, wohin sie gingen. Protestantische Herrscher wetteiferten miteinander, ihnen in ihren Staaten eine neue Heimat mit Vorrechten und Auszeichnungen anzubieten. König Friedrich Wilhelm I. von Preussen glorreichen Andenkens, andere deutsche Reiehsfürsten. schenkten ihnen Land und ei bauten ihnen Wohnhäuser, ihre neuen Nachbarn nahmen sie mit offenen Armen auf und waren ihnen nach Kräften behilflich, sich in die neuen Verhältnisse einzuleben. Die rumänischen Wanderer haben kein Ziel. Sie wandern planlos vor sich hin wie ein Zug nordischer Lemminge, über dem Raubvögel schweben, um den Raublhiere schweifen, die sich nach Relieben ihre Opfer, aus dem Zuge herausholen. Niemand will sie bei sich haben, jeder scheucht sie aus dem eigenen Gebiete weher, und wenn sie verzweifelt tragen: Wohin mit uns? Was soll aus uns werden?'4 — so ist die einzige Antwort, die sie erhallen, ein Achselzucken und eine 1 landbewegung, die gebieterisch in die Ferne weist: Immer weiter, ins Unbekannte, ins Miaue, nur weg, weit weg! (Tosender Reifall und Händeklatschen.) Ich habe vorhin die rumänische Katastrophe mit der Verlreibung der Juden aus Spanien verglichen. Die Gerechtigkeit erfordert, festzustellen, dass die rumänische Regierung die Juden nicht förmlich aus dem Lande gejagt hat. Im Gegenl.heil. Sie'macht sogar gewisse Anstrengungen, die Aufbrechenden zurückzuhalten.! Ausgewiesen werden nur jene Juden, die in Wort und Schrift,! ganz besonders in der Schrift, die entsetzliche Lage unserer; Prüder der Wahrheit gemäss darstellen, das Mitleid ihrer Hörer I oder Leser für die Verfolgten anrufen und die Missethaten denun-j ciren, die unausgesetzt an ihnen begangen werden. Diejenigen j Juden, die jede Schmach und jede Gewallthat ohne ein Wort : der Klage, ohne eine Geberde der Ungeduld ertragen, werden j nicht von Gendarmen mit Kolbenstössen an die Grenze! gebracht. Sie dürfen in ihrem Geburtslande bleiben. Die rumänische Regierung hat also ganz recht, entrüstet gegen die Reschukligung zu protestieren, als ob sie ihre Juden verjagte. Nein, das Unit sie nicht. Sie zieht vor, oder zog vor — denn ich mache einen Unterschied zwischen einer trüberen Regierung und einer solchen, die ihr gefolgt ist — sie zog vor, ihre Juden im eigenen Lande zu vernichten.