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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 211

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 211 (sequence 211)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 211 — inbegriffen. Wenn er allgemein behandelt werden soll, muss er auch praktisch allgemein hehandelt werden. Wir müssen uns unsere Pflicht vergegenwärtigen, dass es uns nicht darauf ankommt, eine religiöse Partei zu reizen, die Cultur für eine Partei zu monopolisieren; wenn Avir von Cultur sprechen, sprechen wir vor allem von der materiellen, ökonomischen Entwicklung unseres Volkes, von seiner Vorbereitung zur productiven Arbeit, von der Schaffung eines Ackerbaustandes, der doch eine conditio sine qua non ist für die Entstehung des jüdischen Staates. Das ist allgemein menschliche Cultur, in der leider ein grosser Theil unseres Volkes zurückgeblieben ist. In dieser Richtung müssen wir arbeiten, und das ganze Programm der Arbeit enthält nichts Anstössiges für die Vertreter der extremstorthodoxen Partei. Für mich ist Cultur auch, was der Rabbiner vorträgt, für mich ist jüdische Cultur ebenso eine Talmud-Gesellschaft im orthodoxen Sinne, wie eine Gesellschaft zur Förderung der hebräischen Literatur und Geschichte. Der Zionismus umfasst alle Parteien. Aber es muss ausgesprochen werden, dass er, getreu seinem ursprünglichen Plane die Pflicht auferlegt, für die jüdischen Massen zu sorgen, um ihre allgemein menschliche wie jüdische Cultur zu pflegen und alle Schritte zu thun, welche in dieser Richtung gethan werden müssen, dass er von den Zionisten verlangt, dass sie fortwährend und unaufhörlich weiter diese Arbeit führen. Natürlich müssen in dieser Beziehung die Bedingungen der verschiedenen Länder und Parteien berücksichtigt werden. Deshalb kann die technische Arbeit von hier nicht ausgehen, aber die geistige muss von hier aus beeinflusst werden. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Del. Rosenberger: Ich beantrage nunmehr die Beschränkung der Redezeit auf fünf Minuten. Vors. Dr. Mandelstamm (den Vorsitz übernehmend): Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Ist angenommen. Del. Dr. Niemirower: Verehrte Anwesende! Die zionistische Idee wird nur dann siegen, wenn man den Ideen Zions gerecht wird. Wir werden uns nur dann begeistern können für diesen heiligen Kampf, um die Erhaltung unseres Stammes, wenn dem jüdischen Geiste im Congresse ein Organ geschaffen werden wird. Das alte Prophetenwort: aus Zion kommt die Thora, kann dahin erweitert werden, dass wir nur durch die jüdische Cultur nach Zion kommen werden. Ich muss Ihnen das wiederholen, was ich in der Commission gesagt habe. Wir sind schlechter daran als in der alten Zeit bei der Zerstörung des jüdischen Staates. Damals hatte sich ein Rabbiner an den Feind wenden müssen mit der Bitte, er solle ihm Jamne und seine Weisen schenken. Heute müssen wir uns an die Rabbiner wenden, dass sie uns Jamne und seine Weisen schenken sollen. Ich kann Ihnen sagen: Wie gross auch die materielle Judennoth in Rumänien ist, so ist doch die geistige Judennoth eine viel grössere, eine viel schlimmere. Wir haben keine Schulen, und in den Schulen, die wir haben, wird nicht hebräisch unterrichtet. Wenn von hier das Wort kommen würde, dass es die heiligste Pflicht der Zionisten ist, mit aller Kraft einzutreten dafür, dass die jüdische Cultur, die nicht im geringsten Widerspruche steht mit der Religion, gepflegt werde, so würde dies anders werden. Ich muss mich dem anschliessen, was Di*. Kahn und Sokolow ausgeführt haben. Wir dürfen nicht unseren Feinden, unseren Gegnern überlassen, diese Aufgabe zu erfüllen. Während in diesem Jahre in Berlin der Verein zur Pflege der jüdischen Sprache gegründet wurde, sollen wir 14*

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