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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 208

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 208 (sequence 208)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 208 — Brüder in Galizien verstehen noch gar nicht die Cultur. Der Schriftsteller Sokolow .... Vors. Dr. HerzI (unterbrechend): Sie haben gesagt, Sie wollen zur Rede Reines eine. Bemerkung machen. Hierzu gebe ich Ihnen das Wort, sonst nicht. Del. Josef Rosenfeld: Ich erlaube mir den Antrag im Namen der jüdisch-nationalen Jugend an den Congress zu stellen, uns jüdische geistige Nahrung zuzuführen, uns national zu sanctionieren. Del. Sokolow: Verehrte Congressversammlung! Ich habe nicht die Absicht, hier eine Demonstration zu machen mit der hebräischen Sprache, denn ich halte dies der hebräischen Sprache für unwürdig,, zumal schon genügend bewiesen wurde, class man hebräisch sprechen kann. Weil es mir darauf ankommt, die verehrte Congressversammlung zu überzeugen und nicht, eine Demonstration zu machen, ziehe ich es vor, deutsch zu sprechen. Wie sehr ich es wünschen würde, dass hier überhaupt nur hebräisch gesprochen werde, brauche ich wohl nicht erst zu sagen. Allein es handelt sich um den Zweck und nicht um das Mittel, und überdies ist die Zeit zu beschränkt und würde eine Uebersetzung uns viel Zeit rauben. Verehrte Versammlung! Im grossen und ganzen sind die- Referenten der sogenannten Cultur-Commission ganz einverstanden. Auch ich bin nicht weniger als die Versammlung gerührt von den glänzenden Ausführungen meiner Herren Vorredner, und speciell von der schönen Predigt des ehrwürdigen Herrn Rabbiner Reines. Verehrte- Versammlung! Ich werde vielleicht weniger applaudiert werden, wenn ich nicht an die Sentimentalität, sondern an die Vernunft appellieren werde. (Beifall.) Wir dürfen nicht in einen ungesunden Chauvinismus* verfallen, wir dürfen uns nicht verhehlen, dass wir cultur bedürftig sind, und wir dürfen diese Frage nicht in Allgemeinheiten auflösen lassen. Ich stehe auf dem Standpunkt des Baseler Programmes und vergegenwärtige mir der ersten Punkte, die Grundsätze des Baseler Programmes. Ich constatiere, dass dem ersten Punkte gemäss gewisse Schritte gemacht worden sind. Es sind aber im Programme andere Punkte, namentlich die Förderung des jüdischen Nationalbewusstseins. Ich frage Sie: Welche Mittel sind zur Erreichung dieses Zweckes ergriffen werden? Darauf antworte ich: Der Congress hat zwar in dieser Beziehung sehr wenig geleistet, aber der Zionismus hat Bedeutsames geleistet. Ich führe dies ]ediglich als Milderungsumstand für den Congress an, habe aber nicht die Absicht, den Congress ganz. zu entlasten. Direct hat der Congress die geistige Entwicklung des Judenthums nicht beeinflusst. Es wird dadurch erklärt, dass der Congress als solcher ein zu grosser und complicierter Apparat ist, um in dieser Richtung wirken zu können; aber nichtsdestoweniger ist es ein Verdienst des Congresses, dass durch die Förderung der zionistischen Idee und auch der nationalen Idee Leben in das Bewusstsein des Volkes, in die Thätigkeit und die Literatur desselben kam. Es unterliegt keinem Zweifel, obschon es sich nicht durch Ziffern darlegen liesse, dass auch auf die hebräische Literatur der zionistische Gedanke, vom Congresse ausgehend, anregend und befruchtend gewirkt hat. (Bravo!) Wenn wir also die Sache von einem höheren Gesichtspunkte aus betrachten,, können wir behaupten, dass, wenn auch der Congress nicht formell etwas beschliesst, wenn er nur die zionistische Sache im allgemeinen fordert, er in direct auf die literarische Entwicklung wirkt. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn ich auch, geehrte Versammlung, in diesem Momente nicht darauf vorbereitet bin, einen Vortrag über die hebräische Literatur zu

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