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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 207

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 207 (sequence 207)
Language
German, English, Hebrew
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— 207 - <len Redner, Rabbiner Reines und Herr Sokol o w, sind als Referenten des Cultur-Ausschusses bestellt worden und haben dasselbe Recht wie die anderen Referenten, und wir dürfen nicht den Verdacht auf uns laden, dass die Referenten in den Culturfragen nicht dieselben Rechte haben wie alle anderen Referenten. (Zustimmung.) Y^ors. Dr. Herzl: Allerdings wollen wir dem Cultur-Ausschusse, wie allen anderen, Gelegenheit geben, zu sprechen. Aber einschüchtern lässt sich der Congress nicht. Und fortwährend unter dem Drucke zu stehen, gerade dem Cultur-Ausschusse muss man längere Zeit geben und gewisse Bestimmungen, die für das Leben des (Kongresses nothwendig sind, einschränken, das scheint mir ein Widersinn zu sein. Wir sind ein Congress, welcher auf eine Action hinausläuft und nicht für .solche theoretische Auseinandersetzungen bestimmt ist. Dann ist es gewöhnlich so, dass ein Ausschuss nur einen Referenten bestellt, aber nicht drei. Dr. Kahn und Dr. Gast er sind als Referenten angesehen und nicht beschränkt worden. Von hier aus werden auch die anderen Redner nicht beschränkt werden. Aber wenn ein Antrag gestellt wird auf 5 Minuten Redezeit, muss er auch zur Abstimmung gebracht werden. Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) ~E r ist abgelehnt. (Lebhafter Beifall.) Del. Rabbiner Reines (spricht hebräisch). Del. Dr. Niemerower (übersetzt): Zuerst hat der ehrwürdige Rabbiner Reines die feierliche Erklärung abgegeben, dass die Rabbiner keineswegs Feinde der Cultur sind. (Beifall.) Er betonte mit besonderer Freude, dass er und viele andere Rabbiner diese herrliche Bewegung begrüsst haben. Er habe thränenden Auges gesehen, dass die Delegierten aus der ganzen Welt hierhergekommen sind, um die Nothlage ihrer Brüder zu berathen und ihnen Hilfe zu bringen. Herr Rabbiner Reines .schildert, dass ihm zumuthe gewesen sei, wie einem, der nicht mehr gehofft habe, seinen Bruder zu sehen, den er aufgegeben habe, und ihn plötzlich vor sich sieht. So ist es mit unserer Bewegung. Unzählige Juden, die wir aufgegeben, die uns verloren gegangen, haben wir durch diese herrliche Bewegung wieder gewonnen. Rabbiner Reines hat im allgemeinen nichts gegen die Cultur. Er meint jedoch, dass der Congress als solcher sich mit dieser Frage nicht befassen kann, dass die Frage der Cultur, die so viele Deutungen zulässt, mit der allgemeinen Bewegung der Juden, die die ganze Welt ohne Unterschied der Auffassung umfasst, nicht verbunden werden darf. .(Beifall.) Reines meint, dass der Congress nur das Allgemeine im Auge haben darf, dass wir infolge dessen nur das zu machen haben, was recht und richtig ist. Jeder Jude muss in seinem Kreise, in seiner Stadt für die hebräische Sprache, für die jüdische Cultur eintreten, aber der Congress kann sich mit dieser Frage nicht befassen. (Beifall.) Er schildert uns in Anknüpfung an den Talmud, dass die Wolke, gleichsam die Nothlage der Juden, uns vereinigt hat, dass wir nichts unternehmen dürfen, was uns zu trennen imstande wäre. Er sagt, gewiss kann man nicht von allen Leuten verlangen, dass sie auf derselben Höhe der Auffassung stehen; aber wenn wir hier sind, sind wir gleichsam alle Heilige, da wir uns einer so grossartigen Idee widmen und dem ganzen Volke weihen. Deshalb beschwört er die Versammlung im Namen dieser grossen Idee, im Namen aller, die hoffen und warten auf die Stunde, im Namen der Juden aus Russland, die zu uns emporblicken, dass wir keinen Beschluss fassen in der Culturfrage, der Zwietracht und Spaltung säen könnte. (Beifall.) Del. Fabius Lipka: Ich kann den Antrag unterstützen. Leider ist cbei uns in Polen der Zionismus sehr wenig vorgeschritten. Unsere

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