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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 203

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 203 (sequence 203)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476260--1012-3477147
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— 203 — bitter muss es berühren, wenn ich meinen eigenen Stammesgenossen, meinen Bruder, der dasselbe Ideal, der dasselbe Bestreben hat, der mir nahesteht in denselben Zielen, sprechen höre und ich ihn nicht verstehe, ihn nicht errathe, ihn mir erst muss übersetzen lassen. (Lebhafter Beifall.) Es ist, meine Herren, von mir vielleicht ein bisschen phantastisch, ein bisschen kühn, aber Sie werden mir die Hoflhung und die Ueberzeugung nicht aus der Brust reissen können, dass einmal vielleicht nach 10, 15, vielleicht nach 20 Jahren ein jüdisches Parlament tagen wird, in dem alle sich verstehen, weil sie dieselbe Sprache, die altehrwürdige hebräische Sprache haben werden! (Langanhaltender Beifall, grosse Bewegung.) Sie werden sagen, ja, das ist etwas, was nicht so leicht, was nicht so rasch erreichbar ist. Ja, erwartet denn der Landmann, der den Baum pflanzt — und wenn er selbst schon sehr alt ist — dass er auch selbst die Früchte gemessen soll, und doch ist es seine Pflicht, für seine Enkel zu sorgen, und so haben wir auch jetzt geistig die Pflanzung anzulegen, welche die Früchte erst in nachkommenden Zeiten tragen soll. Wir würden unsere verantwortungsvolle Stellung gegenüber der jüdischen Zukunft nicht vertreten können, wenn wir da nicht Vorsorgen wollten. Und da, meine Herren, sind wir schon bei einem Theile der jüdischen Cultur angelangt. — Sie haben schon am vorigen Congresse etwas beschlossen, welches zu diesem Ziele führen soll — ich meine den allgemeinen hebräischen Sprachverein. Dieser Sprachverein hat zwei Zwecke: Der eine Zweck, möchte ich sagen, ist allgemeiner Natur: Wir wünschen, dass Hebräisch gelehrt, Hebräisch gelernt wird, und dass dem Schüler der hebräische Unterricht in unentgeltlicher Weise zutheil wird. Wir wünschen, dass Bücher gemacht werden, welche es ermöglichen, dass man es nicht nöthig habe, vom 6. bis zum 19. Jahre immer wieder und wieder hebräisch zu lernen und erst recht wenig zu können, sondern dass m;m sie in 2 und 3 Jahren durch eine leichtere Methode, durch ein verbessertes System ebenso leicht wie eine andere Sprache erlernen soll; das ist die Aufgabe des allgemeinen hebräischen Sprachvereines für die Gegenwart. Jetzt kommen wir, meine Herren, zu einem sehr wichtigen ernsten Momente, zur Zukunft. Was können wir für die Zukunft thun? — Da draussen in Palästina, da clraussen im Heiligen Lande, wohin unsere Augen fortwährend gerichtet sind, wo unser Blick erstarrt hinsieht, sind schon einige Colonien vorhanden. Da und dort ist schon Raum dafür, dass man die jüdischen Kinder auch die Wissenschaft soll hebräisch lehren können. Da, wo die Vortragssprache schon die hebräischeist, da ist Noth an Büchern, und diese Noth macht sich in der Weise Luft, dass man die Kinder zwingt, erst französisch zu lernen, um dann

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