Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 204)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 204 — die Naturgeschichte, die Geographie, die Geschichte, die Physik, die Mathematik etc. in französischer Sprache sich aneignen zu können. Was Wunder, wenn dann der französische Geist sich mit hineinschleicht und man Ihnen hier am Cöngresse im vorigen Jahre und vor 2 Jahren geklagt hat, class in unseren Golonien sich französischer Geist und, sagen wir nur offen, französische Sitte breit macht. Meine Herren! Wenn Sie das verhindern wollen, dann müssen Sie fordern, dass man den Kindern auch die allgemeinen Wissenschaften, die nothwendig jeder kennen muss, in hebräischer Sprache beibringen soll. DasKind soll nicht das Gefühl haben, dass seine Mutter arm ist, dass die hebräische Sprache nicht dasselbe bieten könne wie eine andere Sprache. Dafür müssen Sie sorgen, und da können Sie von congresswegen etwas t h u n, weil das der Mittelpunkt ist, wo sie gleich darauf schauen müssen, dass der jüdische Geist nicht verschwinden, dass nicht fremder Geist, sondern echt jüdischer Geist sich entwickeln soll. Ich komme zu einem ganz concreten Antrage. Meine Herren! Ichhabe mich mit der Lehrerschaft in Palästina ins Einvernehmen gesetzt, und diese Lehrerschaft hat geklagt, dass sie nicht in der Lage ist, hebräisch die Wissenschaft vorzutragen, weil sie jedesmal sich für jede Stunde vorbereiten muss, und wenn ein Lehrer das so gethan hat, hat der andere Lehrer es anders gethan, und der Schüler schreibt ab und schreibt oft mit Fehlern ab. Man braucht Lehrmittel, die sowohl dem Lehrer als dem Schüler Hilfskräfte seien, dass der letztere zuhause dasselbe wiederholen kann in hebräischer Sprache. Meine Herren'! Nur so wird es möglich sein, class man die allgemeine Wissenschaft in jüdischer Beleuchtung, im ml/rn ITH den Kindern tradiert, und dass dann die grossen jüdischen Geister, die jetzt auf fremdem Gebiete arbeiten, in der Zukunft im eigenen Gebiete, im eigenen Garten werden^ verwendet werden können, damit man nicht sagen muss THUM $h "Sttf WD (Lebhafter, langandauernder Beifall und Händeklatschen.) Meine bitte an Sie alle lautet dahin: Ihr habt beschlossen, den allgemeinen hebräischen Sprachverein zu gründen, Ihr höret, welche Ziele er sich gesetzt hat. Es ist Eure Pflicht, ihn zu unterstützen, es ist Eure Pflicht, das eigene Kind nicht verhungern zu lassen, es ist Eure Pflicht, sich seiner warm anzunehmen, und diejenigen unter Euch, die bisher noch nicht beigetreten sind, sollen sich diesem allgemeinen hebräischen Sprachvereine anschliessen, ihn fordern und in die Lage setzen, dass er etwas Erspriessliches leisten kann. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das wäre das erste. Und nun das zweite: Der Verein hat so viele Aufgaben, dass er noch immer nicht in der Lage ist, aus eigenen Mitteln