Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 202)
- Language
- German, English, Hebrew
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aber nur nichts für das Judenthum, nichts war im specifisch jüdischen Geiste. Ich hoffe, es wird eine Zeit kommen, wo man auch eine specifisch jüdische Gultur und Wissenschaft, nämlich die allgemeine Wissenschaft in jüdisch-nationaler Beleuchtung, haben wird. Das wird nur dann geschehen können, wenn wir, geeint,, ein Centrum haben werden, wo man diese specifisch jüdische Guitur treiben soll. So lange wir zerstreut sind, können wir nur einzelne Vorbereitungen treffen, nur den Rahmen festhalten, worin das geschaffen werden soll. Das ist, meine Herren, in kurzen Worten gesagt: Wir haben eine grosse Vergangenheit in der Gultur. Wir erwarten eine grosse Zukunft.. Aber wir haben keine Gegenwart und können daher für die Gegenwart nichts anderes thun, als dass wir dahin arbeiten, dass der jüdische Geist nicht nur nicht untergehe, sondern fort und fort, wenigstens in diesem traurig-geringen Masse, sich entwickle, wie es eben möglich und thunlich ist. Der Punkt, wo der Hebel anzusetzen ist, ist das Studium unserer Literatur, das Studium unserer heiligen Sprache und das Studium unserer Geschichte, wo die Schätze des jüdischen Geistesaufgespeichert sind. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ob dies nothwendig ist, meine Herren, dies zu beurtheilen — ich glaube es mit Beruhigung allen Mitgliedern des Gongresses überlassen zu können, und bin überzeugt, das Sie ein lautes Ja sagen werden, umsomehr, wenn ich Sie auf folgendes aufmerksam mache: Wir sind hierher zusammengekommen, um über specifischjüdische Angelegenheiten zu berathen, und wie musste sich das Herz eines Juden dabei zusammenkrampfen, nicht darüber, dass einzelne Juden auch französisch, englisch und russisch sprechen? sondern dass man hier bisher alle Sprachen gehört hat, aber noch immer nicht ein Wort der specifischjüdischen, der hebräischen Sprache!(Langandauernder, lebhafter Beifall und Händeklatschen. Grosse Bewegung.) Ein geistreicher Rabbiner hat den Ausspruch gethan: „Wir sind am Gongresse zu Babel, nicht am Gongresse zu Base!." (Lebhafte Heiterkeit.) Er wollte damit sagen, was die Sprachverwirrung bei uns anrichten kann. Meine Herren! Sie erinnern sich wohl aus der Thora, dass uns seinerzeit vom Berge Ebal herunter für unsere Sünden eine grosse Strafe angedroht wurde. Uwb m p&trn -U0X "Ü ybv T)*em- „Ich bringe über Dich eine Nation, deren Sprache Du nicht verstehst/ Das hat man uns als die härteste Strafe hingestellt, und wie