Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 196)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 196 — de Haas sind, die Debatte sofort zu schliessen ohne Anhörung weiterer Eedner, wollen die Hand erheben. Del. Cowen (gibt die englische Uebersetzung).s} Del. Dr. Kohan-Bernstein (gibt die russische Ueb er Setzung). Vors. Dr. Herzl: Ich mache darauf aufmerksam, dass zur Annahme dieses Antrages eine Dreiviertel-Majorität nothwendig ist, und werde daher die Versammlung auszählen lassen. (Nach einer Pause.) Es ist keine Dreiviertel-Majorität vorhanden und die Debatte wird daher fortgesetzt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Bodenheimer: Zur Vereinfachung der Debatte schlage ich vor, dass die Herren, welche nur allgemein die Organisation zu besprechen wünschen, sich zunächst zum Worte melden, bezw. die Eedner, welche auf der Liste stehen und die zur Generaldebatte gemeldet sind . . . Vors. Dr. Herzl: Erlauben Sie, Herr Dr. Bodenheimer! Wir führen jetzt die Generaldebatte. Ich lasse das nicht complicieren. Die Herren haben einfach das Wort, uiid wir werden sehen, ob sie zur Sache sprechen oder nicht. Del. Dr. Wertsmann: Hochverehrte Versammlung! Es thut mir leid, dass ich nur fünf Minuten Redezeit habe und infolge dessen nicht alles sagen kann, was ich sagen möchte. Dieser Punkt des Organisations- Statuts und der Agitation ist der wichtigste, welchen wir überhaupt auf diesem Congresse zu besprechen haben, und ich glaube, dass esnicht gut war, dem Redner nur fünf Minuten Zeit zu geben, mit Bücksicht auf die Wichtigkeit der Sache. Ich möchte kurz nur einige Bemerkungen machen. In Paragraph 2 (Gliederung) heisst es u. a.: „An der Spitze jedes Vereines steht ein vom Vereine gewählter und vom Landes-Comite bestätigter Vorstand." Es hat also jeder Verein das Recht, einen Vorstand zu wählen; aber dieser wird erst dann a!s> Vorstand betrachtet, wenn er vom Landes-Comite bestätigt ist. Ich glaube, dass wir dazu absolut kein Recht haben. Wir müssen es jedem Vereine frei lassen, seinen Präsidenten zu wählen, wie er will. Ich möchte also bitten, diesen Pastus zu streichen. Weiter heisst es. dass die Vereinsstatuten ebenfalls der Bestätigung des Landes-Ccmites unlerliegen. Auch gegen diesen Punkt möchte ich mich aussprechen. Die Statuten eines zionistischen Vereines müssen lediglich auf dem Baseier Programme beruhen, und im übrigen hat das Statut mit dem Landes-Ccmite nichts zu thun. Das ist Sache jedes einzelnen Vereines. Unter tj 3 des Absatzes III heisst es: „Die Arbeiten eines Ccngresses werden nach der vom dritten Congresse beschlossenen Geschäftsordnung gefühlt." Meine Damen und Herren! Sie wissen, dass über die Geschäftsordnung hier fast nicht discutiert wurde. Auf der Versammlung der russischen Delegierten haben wir viel darüber gesprochen, und doch haben wir keine Aenderungen vorgenommen, demit man uns nicht den Voiwurf mache, wir wollen Öbstruction treiben. Wirmöchten aber bitten, dass diese Geschäftsordnung des IH. Congresses nicht zur definitiven erklärt werde. Sie soll einer Commission zugewiesen werden, welche sich damit zu beschäftigen hat, eventuelle Abänderungen vorzuschlagen. Weiters möchte ich, was das passive Wahlrecht anlangt, den Herrn Vorredner unterstützen. Ick glaube nicht, dass wir einem Menschen, welcher das 24. Lebensjahr nicht erreicht hat, das passive Wahlrecht entziehen Avollen. Ich glaube, die jüdische Jugend ist mit 21 Jahren genug reif, um an diesem Congresse theilnehmen zu können. Dann möchte ich auch gegen den Punkt 10 sprechen; dass jeder Delegierte das Becht haben soll, nur bis. o. Mandate zu übernehmen. Ich wäre dafür, dass die Mandate, sowie bis jetzt, in unbeschränkter Zahl jedem sollen zugewiesen werden*