Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 195)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 195 — traten, haben es nur deshalb gethan, weil man die Hitzköpfe fürchtet» Wir haben aber schon während der drei Tage unseres Beisammenseins gesehen, dass fast alle Hitzköpfe älter sind als 24 Jahre (Heiterkeit), und obwohl manche von den Herren 21 und 22 Jahre alt sind, sind sie so bescheiden, dass sie schweigen und dass man sie fast gar nicht bemerkt. Ich glaube, dass es nicht nur nicht schaden, sondern sehr nützen wird, wenn wir als die Altersgrenze 21 Jahre setzen. Sie denken vielleicht, meine Herren, dass ich so hitzig Sprech3, weil Ich noch nicht 24 Jahre alt bin. Da sage ich Ihnen aber, ich bin schon 38 Jahre alt und erinnere Sie daran, dass ich im Jahre 1834 schon mit unseren Brüdern den Beneth-Zion und noch viel früher er\e zionistische Gesellschaft gegründet habe, wo ich noch jünger war, un 1 ich glaube, wir haben der zionistischen Bewegung nicht geschadet. (LebhafGer Beifall und Händeklatschen.) Ich spreche nicht bloss in meinem eigenen Namen, sondern im Namen von allen, welche in meinem Bezirke der zionistischen Bewegung angehören. Ich sage es öffentlich und mit Ueberzeugung: Wir haben ein unbeschränktes Zutrauen zu unserem hochgeachteten Präsidiuni und zu allen einzelnen unserer Mitglieder des grossen Actions-Comites. {Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich spreche aber nicht nur in meinem eigenen Namen, sondern im Namen von vielen Mitgliedern unseres grossen Actions-Comites es aus, dass wir kein engeres Actions- Comite brauchen. Wir brauchen nur in Wien einen Präsidenten, einen Cassier und einen Secretär, und wenn etwas Extraordinäres beschlossen werden soll, dann geben wir unsere Stimmen voll und ganz dem Herrn Präsidenten dafür, dass er das Recht haben soll, alles zu thun und sogar alles zu sprechen (Grosse Heiterkeit, Beifall und Händeklatschen), was ihm gut scheint; wenn es sich aber um nichts Extraordinäres handelt, dann sollen alle einzelnen Mitglieder des grossen Actions-Comites zusammentreten. Wir Schekelzahier fordern von unseren Mitgliedern des Actions-Comites, dass sie alle ihre Pflicht thun, und wenn von dem. was auf dem vorigen Congresse beschlossen wurde, etwas nicht geschehen ist, so ziehen wir dafür nicht das engere Actions-Comite und nicht den Präsidenten, sondern sämmtliche Mitglieder des grossen Actions-Comites zur Verantwortung. Ich habe noch etwas zu bemerken. Im Vorjahre traf es zufällig zu, dass eines von den Mitgliedern de-i Actions-Comites zurückgetreten ist. Man brauchte deshalb einen anderen Mann, und deshalb fand in unsem Bezirke eine Wahl statt Ich glaube, wenn alle Vereine eines Bezirkes einen Candidaten gewählt haben, so muss doch dieser als Mitglied des Actions-Comites dasselbe B-echt; haben wie alle anderen. Del. de Haas: Ich beantrage Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner. Meine Herren! Diese Debatte hat kein Ende. Die Herren Mitglieder des Actions-Comites sind die ganze Nacht dureh .gesessen, um diesen Entwurf auszuarbeiten, und es ist nothwendig, dass <er heute durchgeht; je länger aber die Debatte dauert, desto weniger Erfolg werden wir haben. Del. Dr. Kohan-Bernstein: Ich glaube, dass der Antrag des Herrn de Haas nicht zur Abstimmung gelangen darf, da es sich hier um eine so wichtige Angelegenheit handelt. Vors. Dr. Herzl: Erlauben Sie, dass muss mir überlassen bleiben, ob ich einen Antrag für zulässig finde oder nicht. Del. Dr. Kohan-Bernstein: Ich stelle den Antrag, die Debatte weiter fortzusetzen, weil dies für unsere Thätigkeit von grosser Wichtigkeit ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vors. Dr. Herzl: Diejenigen, welche für den Antrag des Herrn 13*