Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 178)
- Language
- German, English, Hebrew
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und Bedürfnisse der einzelnen Landsmannschaften in Bezug auf die Organisation kennen lernten, damit wir dann aus diesem allgemeinen Bilde die Form construieren können, die am zweckmässigsten ist. Ich bringe den Antrag des Herrn Dr. Bodenheimer, die Sitzung zu unterbrechen, zur Abstimmung. Del. Temkin (gibt die russische Uebersetzung). k- Del. de Haas (gibt die englische Uebersetzung). DeL Dr. Alexander föarmorek (gibt die französische Uebersetzung). Vors. Dr. He:zi: Ich bitte jene, welche dafür sind, dass wir die Sitzung jetzt unterbrechen, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Gegenprobe f Der Antrag ist a b g e 1 e h n t. Del. Fräulein Wölpe (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüsst): Meine hochverehrte Versammlung! Ich stehe hier am Ziele eines Wunsches, indem mir in diesem Jahre das Glück zutheil wurde, in Begleitung meines für die zionistische Bewegung eifrig wirkenden geliebten Vaters dem III. Baseler Congresse als Delegierte anzugehören, und es ist mir daher Herzensbedürfnis, Ihnen in wenigen Worten auszudrücken, was ich am heutigen Tage empfinde. Aber das Glück ist arm an Worten, und von zu freudigen Erwartungen ist mein Herz erfüllt bei dem für mich fast unfassbaren Gedanken, dass es mir gegönnt sein soll, in dem von einer erhabenen Idee geweihten Kreise derjenigen zu weilen, welche doch zu diesem Congresse als die Besten des Volkes gewählt und entsendet worden sind, der Delegierten, welche nun schon dreimal hier zusammengekommen sind, Dp^Ü J/H^n mSJ3 um inre Thätigkeit an der guten, während dieses Jahres so bedeutende Fortschritte aufweisenden Sache fortzusetzen, um damit dieses grosse Werk wieder seinem Ziele näher zu bringen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Bei dieser Gelegenheit will ich1 auch nicht versäumen, Ihnen, meine hochverehrten Congressmitglieder die ergebene Mittheilung zu machen, dass mir von Saveni in Rumänien die Ehre zutheil wurde, mit dem Mandate einer Delegierten betraut zu werden, und es ist mir daher ein Herzensbedürfnis, und ich sehe mich dieser Pflicht ganz und voll bewusst, diese Mission würdig zu vertreten. (Lebhafter Beifall.) Jedenfalls, meine hochverehrten Congressmitglieder, kann ich Sie fest und treu versichern, dass es mein eifriges Bestreben sein wird, für alle Zeiten meines Lebens, mit meiner ganzen Seele und meinem ganzen Können diese Bewegung zu fördern, und ist meine Kraft auch nur die Kraft eines schwachen Weibes, so glaube ich doch, class, wer sein Bestes thut, genug gethan hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Gewiss sind auch Sie, meine hochverehrte Versammlung, von dem gleichen Gedanken beseelt und erstreben wohl alle das hohe Ziel unserer Bewegung, nämlich die Wiederbelebung unseres Volkes auf dem jüdischen Boden unserer Väter. Wie Ihnen wohlbekannt ist, ist der Wirkungskreis auf dem Gebiete des Zionismus kein unbedeutender, und mit wahrem Stolze und mit inniger Freude sehe ich auf alle die in diesem Jahre gereiften Früchte herab, welche sich aber besonders in der Gründungverschiedener Frauen- und Mädchenorganisationen documentieren. Mein Auge füllt sich mit Thränen und mein Herz vergeht in Wehmuth, wenn ich sehe, dass in derjenigen Stadt, wo ich das Licht der Welt erblickte, in Frankfurt a. M., der Zionismus so wenig Anhang findet, und zuweilen ist es mir unfassbar, dass es Juden geben kann, die sich der Schaffung einer öffentlich gesicherten Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk widersetzen oder, was beinahe dasselbe ist, einer solchen Bewegung kühl gegenüberstehen. In Oesterreich, sowie in allen anderen Ländern schreitet die zionistische Idee unserer Brüder bedeutend mehr vorwärts als wie bei uns im südwestlichen Deutschland, und freudig