Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 179)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 179 — bewegt hat mich besonders der in diesem Jahre von Herrn und Frau Dr. Kahn in Oesterreich erlassene Aufruf. Ach, wie gerne hätte ich der verehrten Leiterin, wie im Aufrufe verlangt meine Karte gesandt, um in Ihren Bund aufgenommen zu werden. Aber leider darfce ich es nicht wagen; denn der Aufruf hatte für Deutschland keine Geltung. Heute, meine hochgeehrte Versammlung, in dieser feierlichen Stunde, heute will ich es wagen, an Sie alle, meine hochverehrten Herren, die Bitte zu richten, mich in Ihren Band aufzunehmen; denn, bin ich auch keine Oesterreicherin und bin ich auch keine Engländerin oder Französin, so bin ich doch Zionistin wie Sie alle. Denn für die Zionisten gibt es keine Ausländer, sie mögen in allen Staaten zerstreut sein, Deutsche oder Oesterreicher. Rumänen oder Franzosen, Russen oder Engländer sein. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Darum nehmt mich auf; denn Euer Gott ist mein Gott und Eure Hoffnung die meinige, die Wiederbelebung unseres Volkes. (Erneuerter lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. H. Friedemann: Meine Damen und Herren! Ich habe mich ausserordentlich gefreut, die schöne Rede von Fräulein Wölpe anzuhören, und ich glaube, dass kein einziger unter uns allen gewesen ist, der sich nicht daran erbaut hat, dass die junge Dame so frei unseren Tendenzen huldigte. Ich kann jedoch nicht umhin, zu bemerken, dass diese, wenn auch glänzende Rede, durchaus nicht den geringsten Zusammenhang hatte mit dem, was wir hier discutieren, und da unsere Zeit ausserordentlich kurz bemessen ist, so bitte ich, class wir uns an unsere Geschäftsordnung halten und in unseren Berathungen fortfahren. Vors. Dr. Herzl: Ich bedaure, Herr Dr. Friedemann, dass Sie die Beurtheilung dessen, ob ein Redner oder eine Rednerin zur Sache spricht, nicht mir überlassen. (Lebhafter Beifall.) Wir werden jetzt die Sitzung schliessen und zwar aus folgendem Grunde: Es findet heute die Generalversammlung der Colonialbank in Basel statt, und da ich ohnedies den eingezeichneten Rednern jetzt nur mehr schwer das Wort geben kann, glaube ich, wird es am besten sein, jetzt zu schliessen. Es ist eine grosse Schwierigkeit darin gelegen, dass wir infolge der vorgerückten Zeit in der Behandlung der anderen Gegenstände jetzt sehr eingeengt sind. Namentlich vom Cultur-Ausschusse ist die Klage hierher gelangt, dass auch heuer wieder keine Gelegenheit sein wird, die Culturfrage hier weiter zu besprechen. Da es nun heute nicht möglich sein wird, eine Nachtsitzung zu halten, weil die Räume alle in Anspruch genommen sind und wir morgen den letzten Tag unserer Versammlung haben, gebe ich den verehrten Anwesenden vielleicht zu bedenken, ob es nicht angezeigt wäre, eine Anzahl Redner aus der eingezeichneten Liste schon vorher mit der Darlegung der einzelnen Wünsche zu betrauen, damit wir eine allgemeine Uebersicht haben und morgen alles erledigt werden kann, was noch zu erledigen ist: vielleicht werden die Herren in den Landsmannschaften darüber schlüssig werden und dann für morgen eine gedrängtere Liste der Redner vorlegen. Del. York-Steiner : Ich ersuche die geehrten Mitglieder der Permanenz- Commission, unbedingt in einer Stunde, das ist um 8 Uhr, oben im Zimmer Nr. 4 sich zu versammeln. Ich bemerke hierzu, dass dies unbedingt unsere letzte Sitzung ist, die den Zweck hat, die Nominierung der Candidaten für die morgige Wahl endgiltig festzustellen. V ors. Dr. Herzl: Ich sc h Hesse die Sitzung. (Schluss der Sitzung: 7 Uhr 15 Min.) 12*