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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 162

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 162 (sequence 162)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476260--0971-3477106
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(Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist nothwendig, dass ich liier darauf besonderes Gewicht lege, wie ich es voriges Jahr gethan habe, schon aus dem Grunde, weil wir in unseren Debatten und in dem Programme, das uns vorgelegt worden ist, uns zu sehr mit nichtidealen Fragen beschäftigt haben. Es sind die materiellen Bedürfnisse, es ist das momentan Nothwendige in den Vordergrund geschoben worden. Aber es soll nicht gesagt werden, dass wir hier zusammenkommen, bloss um uns zu organisieren oder um Geld zu schaffen. Wir kommen hier zusammen, vor allem, um zu erklären, dass dies nur Nebendinge sind, Mittel zum Zwecke, der Zweck jedoch hoch und erhaben über diesen kleinen Fragen steht. (Stürmischer Beifall.) Wir arbeiten an der Befreiung des Geistes, wir arbeiten an dem ewigen Fortschritte der Menschheit, wir arbeiten an allem, was gross und mächtig ist in seiner geistigen Erscheinung, und darum soll die Gulturfrage hier nicht nur gestreift, sondern auch erwogen werden in ihrem Zusammenhange mit unserer jetzigen Stellung. Ich fieng an und sagte: Ich komme eigentlich mit leeren Händen, aber mit vollem Herzen. Mit leeren Händen! Natürlich, ein wirklicher Fortschritt besteht darin, wenn wir systematisch, ordnungsmässig vorgehen, wenn wir nicht alles auf einmal erreichen wollen, wenn wir lernen, Disciplin unserem Geiste und Disciplin unserem Wollen aufzuerlegen, wenn wir lernen, langsam in der Entwicklung den Fortschritt zu begreifen und den Fortschritt zu unterstützen. Warum haben wir nichts geleistet? Meine Freunde! Wenn die Uhr aufgezogen wird, dann steht sie, und jetzt wird die Uhr aufgezogen, die uns die Stunde unserer Befreiung schlagen soll, und darum steht sie diesen Augenblick. (Stürmischer Beifall.) Wir sind mit dem Aufziehen der Uhr beschäftigt, wir sind mit dem Heranziehen der Geister beschäftigt, wir sind jetzt daran, unserem Volke zu sagen, was wir wünschen und in welcher Weise wir es zu verwirklichen trachten. Momentan können wir nur einen frommen Wunsch äussern. Unsere Mittel sind beschränkt, das gegenseitige Verständnis existiert noch nicht, die Geister haben sich noch nicht geklärt, einen Katechismus für das Judenthum wolien wir nicht schreiben, in religiöse Fragen können wir uns nicht mengen. Wir lehren bloss den Ptespect vor unserer heiligen Lehre, aber wir bringen die Frage nicht in die Debatte und Entscheidung; denn die Entscheidung ist schon längst getroffen worden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aber wir behaupten, wenn wir uns auch jetzt alle auf einem Schifte befinden, welches von den Wellen des Hasses getrieben wird, dass es doch einen Leuchtthurm gibt, der uns zeigt, wo der Hafen der Paihe, der Befriedigung, der geistigen Seligkeit ist: das

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