Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 149)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 149 — nicht, dass alle arbeiten sollen. Das ist eine Sache der Unmöglichkeit. (Rufe: Wahlrecht!) Erlauben Sie, meine Herren, dass ich spreche, übrigens können Sie sich später zum Worte melden. Jeder Zionist hat das Recht zu wählen und gewählt zu werden. Hier also ist das demokratische Princip ganz und gar berücksichtigt worden. Heute sitze ich an dieser Stelle, morgen ein anderer. Heute bin ich Mitgüed des Actions-Comites, schon in der morgigen Sitzung höre ich es auf zu sein, und sie wählen jene Person, der Sie Ihr Vertrauen schenken. Bedenken Sie also, dass die Sicherheit durch den Punkt, welcher besagt, dass alles vom Aufsichtsrath e abhänge, genug gesichert ist. Eine bessere Sicherung können Sie wahrhaftig nicht bekommen, es wäre denn, dass Sie einen permanenten Congress schaffen, der das ganze Jahr arbeiten soll, und auf dem wir alle arbeiten. Machen Sie es, wenn Sie wollen. Wenn Sie es aber nicht können, dann müssen Sie sich an eine bestimmte Person halten, welcher Sie Ihr Vertrauen schenken. Ich wiederhole es, wählen Sie nur solche Personen, zu welchen Sie unbedingtes Vertrauen haben. Ich habe selbst, meine sehr verehrten Herren, für die Bank sehr viel agitiert in gewissen Kreisen und bin zu der Ueberzeugung gelangt, dass der grösste Theil von Subscriptionen sogar von jenen ausgeht, die sich sonst noch dem Zionismus nicht angeschlossen haben. Ich kann nicht sagen, ich spreche im Namen des ganzen Volkes. Ich spreche aber auf Grund der Erfahrungen, die ich in meinen Kreisen gemacht habe, und da kann ich Ihnen sagen, dass ich mich überzeugt habe, dass auch viele, die nur jüdisch gesinnt sind, ohne noch Zionisten zu sein, der Gründung der Bank sicher sympathisch entgegenstanden. Ich wende mich, meine Herren, an jeden, der irgend einmal eine Actie gekauft hat. Niemals liest ein solcher die Statuten. Er nimmt nur darauf Rücksicht, wer die Verwaltung in Händen hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wenn an der Spitze der Institution eine gute Verwaltung steht, wenn die Sache ehrlich, redlich und gewissenhaft gehandhabt wird, dann ist es gut. Vergessen Sie nicht, dass bei anderen Institutionen ähnlicher Art Missbräuche vorkommen können, Missbräuche im Interesse der Grossactionäre, der Capitalisten, welche trachten, alles in ihre Hand zu bekommen, um sich einen Gewinn zu sichern. Bei unserer Gesellschaft ist dies aber anders. Unsere Gesellschaft ist derart, dass die ganze Verwaltung nicht in den Händen der Capitalisten, sondern nur in den Händen der Zionisten ist. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Wenn Sie daher wollen, dass die Bank uns Zionisten trauen soll, müssen Sie dafür sorgen, dass die Welt uns Vertrauen schenkt. Noch auf einen Punkt möchte ich zu sprechen kommen, von dem vielfach die Rede war, unter anderem seitens des Herrn Motzkin, besonders aber seitens des Herrn Ussischkin, welcher alle 5 Minuten davon sprach. Er fürchtet, dass man das ganze Geld — das ganze Geld! Leider ist das Geld, das wir jetzt haben — und das können jene Geschäftsleute bestätigen, die in sochen Sachen Erfahrungen haben — nur sehr gering. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Deleg. Dr. Mayer-Ebner-Czernowitz: Meine Damen und Herren! Es ist nach meiner Ansicht ebenso gefährlich, die Gründeractien einzelnen Personen für ihr ganzes Leben in die Hand zu geben, wie es gefährlich ist, die Gründeractien jedes Jahr anderen zu geben. Die Gründeractien sind das Vermögen des jüdischen Volkes, das Bollwerk, das wir antizionistischen Strömungen entgegenstellen werden. Daher müssen Cautelen geschaffen werden. Man müsste sie den Inhabern für 5 oder 10 Jahre in die Hand geben; wir können nicht wissen, ob, wer heute Zionist ist, es auch morgen sein wird. Es ist auch sicher, dass eine Versammlung